Monat: Juli 2015

Von Markenkrise keine Spur.

Kommunikation entwickelt sich ständig weiter und die Markenarbeit ebenfalls. Es gilt nach wie vor, die richtige Botschaft für die richtige Zielgruppe zum richtigen Zeitpunkt auf dem richtigen Kanal zu transportieren. Der Wettbewerb zwischen Marken spitzt sich zu: Handelsmarken holen gegenüber den Industriemarken massiv auf. Worauf es in der Zukunft ankommt: Hellwach bleiben, denn wenn alles always on ist, müssen auch die Markenakteure always on sein. Ein Interview mit Vincent Schmidlin in der Lebensmittelzeitung Spezial „Top Marke 2015“ vom 3.7.2015.

Herr Schmidlin, Ihre Kreativkollegen schneidern Marken das Outfit. Sind Sie als Chief Strategy Officer derjenige, der dafür die Schnittmuster zur Verfügung stellt?

Vincent Schmidlin: Um in Ihrem Bild zu bleiben: Der Stratege macht sich erst einmal schlau, auf welche Party wir gehen, wie das Thema der Party lautet, was man von den Gästen erwartet, steckt Rahmenparameter ab. Nichts ist schlimmer, als under- oder overdressed zu erscheinen oder zu merken, dass jemand das gleiche Kleid trägt. Festgelegt wird auch der Effekt, den die Marke auf der Party erzielen will – ob sie als Kellner auftritt oder als selbstbewusster Star des Abends. Ich antizipiere aber auch mögliche Szenarien: Was machen wir, wenn das oder jenes auf der Party passiert? Das war früher anders. Früher betrieben wir Bowling-Kommunikation: Man warf die Kugel, und sie war weg. Heute spielen wir in der Werbung Flipper, und halten die Kugel permanent in Bewegung.
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