„Die analoge und die digitale Welt verschmelzen“

„Das folgende Interview von Gerlinde Giesinger mit Vincent Schmidlin und Stefan Pagitz ist in der Horizont (Österreich), Ausgabe No.1-2/2016 erschienen“

Google, Amazon und Co. machen Unternehmen, die sich vor der Digitalisierung etabliert haben, zu schaffen. VORN Strategy Consulting, eine Neugründung im Verbund der Hirschen Group, will ihnen dabei helfen, neue Angebote zu schnüren und ihre Position zu verteidigen

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Das gesamte Interview gibt es hier zum Nachlesen.

HORIZONT: Seit Juli 2015 ist VORN Strategy Consulting in Deutschland offiziell am Start. Was genau hat es mit dieser neuen Strategieberatung auf sich?

Vincent Schmidlin: Wir helfen Marken, ihre Kommunikation, ihr Marketing und ihre Geschäftsprozesse zu digitalisieren, um sich in einem stetig wandelndem Umfeld zu behaupten. Diese Transformation begleiten wir allerdings nicht basierend auf den technologischen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, sondern basierend auf dem Markt und den Bedürfnissen der Menschen. Google, Amazon und Co. greifen einen Markt nach dem andern an; etablierte Player müssen sich neu aufstellen, um ihre Position zu verteidigen. Mit einem breit aufgestellten Expertenteam, angeführt von Matthias Breitschaft, Tom Davis und Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer, hilft VORN die Zukunftsfähigkeit dieser Marken zu stärken. Wissenschaftlich fundiert und praxisnah.

Wieso war es sinnvoll, sich mit VORN Strategy Consulting nun auch in Österreich niederzulassen?

Stefan Pagitz: Wir sehen sehr viel Potenzial in Österreich, wollen mit VORN das Portfolio von Zum goldenen Hirschen erweitern und den Kunden zeigen, dass wir nun noch weitaus mehr können, als Markenpositionierung und Werbung – nämlich Unternehmen bei der digitalen Transformation an der Hand nehmen. Wir sehen am Markt einen großen Bedarf für eine Marken- und Managementberatung für das digitale Zeitalter, in dem wir uns befinden. Und wir sind überzeugt davon, dass unser Angebot in dieser Form einzigartig in Österreich ist.

Was ist die Vision Ihres Beratungsunternehmens?

Pagitz: Die analoge Welt und die digitale Welt werden viel zu oft voneinander getrennt betrachtet. Wir sehen das nicht so, denn angesichts des digitalen Tsunamis, der uns alle überrollt hat, verschmelzen diese beiden Welten mehr und mehr miteinander – uns geht es darum, Unternehmen genau dafür fit zu machen. Zudem ändern sich die Bedürfnisse des Marktes beziehungsweise der Menschen permanent – auch hier ist VORN Strategy Consulting gut aufgestellt, um ebendiese Bedürfnisse zu erkennen und basierend darauf Angebote zu schnüren.

Schmidlin: Die Digitalisierung hat ein Kontinuum zwischen Kommunikation, Vertrieb und dem gesamten Business-Prozess geschaffen, diese Bereiche sind nicht mehr getrennt voneinander zu betrachten und somit sehen wir es als unsere Aufgabe, mit unseren Kunden integrierte Lösungen für all diese Bereiche zu erarbeiten.

Die Neuausrichtung der Unternehmenskommunikation betrifft also auch die gesamte Organisationsstruktur?

Schmidlin: In hohem Maße, denn wenn man anders kommuniziert, bedeutet das auch, dass man anders managen muss. Davon ist die gesamte Unternehmenskultur betroffen. Das heißt, dass Veränderungen auch von jedem einzelnen Mitarbeiter mitgetragen werden müssen und dass es im Idealfall immer ein paar ausgewählte, innovative Geister geben sollte, die diese Veränderungen im Unternehmen aktiv vorantreiben – als Agenten der Veränderung beziehungsweise als kleine Start-ups innerhalb des Unternehmens sozusagen.

Pagitz: Im Fokus unserer Arbeit steht aber nach wie vor die Kommunikation – wir schauen ja nicht in die Bilanzen unserer Unternehmen oder werfen die gesamte Organisationsstruktur über den Haufen, darum geht es nicht. Aber: wir erarbeiten gemeinsam mit unseren Kunden eine Vision für die Zukunft, sorgen dafür, dass sich die Mitarbeiter damit identifizieren können und dass diese Vision auch deutlich auf allen Kanälen kommuniziert wird.

Welche konkreten Herausforderungen müssen Ihre Kunden beziehungsweise Unternehmen allgemein, basierend auf dem digitalen Tsunami, der über uns hinwegrollt, bewältigen?

Schmidlin: Sowohl in Deutschland, als auch in Österreich ist der Bereich Handel mit der großen Herausforderung konfrontiert, zur Omnichannel-Marke zu werden, die nicht nur im stationären Bereich, sondern gleichermaßen in der digitalen Welt bestehen kann. Der Angriff durch Amazon und Co. hat viele Verletzte hinterlassen, doch etablierte Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Position zu verteidigen, solange sie sich vergegenwärtigen, wie sie als Marke einen nützlichen Beitrag für ihre Kunden erbringen können. Genau hier setzen wir an und entwickeln mit unseren Kunden innovative, digitale Service-, Produkt- oder Kommunikationsideen. Das Verschwinden der Grenzen zwischen dem analogen und dem digitalen Raum sorgt dafür, dass jeder außerhalb seiner Komfortzone denken und arbeiten muss. Die ersten, die sich all diesen Herausforderungen anpassen, werden gewinnen.

Für welche Branchen, abgesehen vom Handel, könnte es noch schwierig werden?

Schmidlin: Als nächstes sind sicher die Banken und Versicherungsinstitute dran. Auch hier sind Google, Apple, Amazon und Co. auf dem Vormarsch. Natürlich, Banking und Versicherungen werden wir nach wie vor brauchen, Filialen aber nicht unbedingt. Das größte Asset, das Bankinstitute haben, um sich dagegen durchzusetzen, ist das Vertrauen in ihre Marke – das dürfen sie nur nicht weiter verspielen. Aber nicht nur die Branchen Handel und Finanzen müssen sich das zu Herzen nehmen, denn auch die Bereiche Medien, Tourismus und Automobil stehen unter hohem Druck – somit sind dies auch die Branchen, in denen VORN Strategy Consulting tätig ist oder werden will. Auch wenn wir derzeit keine Kundennamen nennen dürfen, können wir verraten, dass wir beispielsweise für ein Medienunternehmen in Deutschland neue, interaktive Sendungsformate entwickelt haben und einem anderen Unternehmen dabei helfen, getrennt bestehende Marketingabteilungen zusammenzuführen, um die Vermarktungseffizienz der Kanäle zu vernetzen und zu optimieren.

Welche Ziele haben Sie sich für das Jahr 2016 – also für den Start von VORN Strategy Consulting in Österreich, aber auch für die zukünftige Tätigkeit in Deutschland – gesetzt?

Pagitz: Wir möchten in den genannten Branchen Handel, Finanzen und Tourismus Kunden gewinnen, und setzen uns dabei einen neuen großen Kunden pro Quartal zum Ziel.

Schmidlin: Das gemeinsame Ziel von VORN – sowohl in Deutschland, als auch in Österreich – ist es, sich weiter zu etablieren und Marken weiter aktiv dabei zu helfen, ihren Erfolg in einer digitalen Welt zu sichern beziehungsweise auszubauen. Zudem ist ein weiterer Standort in Europa angedacht, mehr dazu im Laufe des Jahres. •

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