Warum Marken jetzt whatsappen sollten.

3 Möglichkeiten, mit denen mobile Messenger in Zukunft stärkere Markenerlebnisse schaffen können.

VORN_Messenger

von Mathias Kowalik, Sarah Perlick und Kirsten Pöltl 

Haben Sie heute schon Alfred Biolek per WhatsApp gefragt, welcher Wein am besten zu Ihrem Abendessen passt? Oder mit Nick Tschiller seinen letzten Fall im Tatort diskutiert? Was bisher noch ungewöhnlich oder merkwürdig klingt, kann bald schon zur Realität gehören. Messaging Apps wie WhatsApp, WeChat und der Facebook Messenger sind inzwischen auch im Marketing auf dem Vormarsch. Ein Blick in die Zukunft und auf drei Anwendungsfelder für Produkte und Marken.

Messaging Apps als letzte Bastion der Werbefreiheit.

Nachdem Facebook den weltweiten Messenger-Marktführer WhatsApp 2014 für 19 Milliarden Dollar kaufte, fragte sich die mobile Gemeinde: Steht jetzt die große Werbeoffensive bevor? Zwar blieb sie bislang aus, doch mit der jüngsten Aufhebung des Downloadpreises für die App scheint die Diskussion wieder in Bewegung geraten zu sein. Fest steht: WhatsApp will in Zukunft sein Geld mit Geschäften und Unternehmen machen. Für letztere bietet der Messenger großes Potenzial, immerhin nutzen 44% der rund 35 Millionen deutschen Nutzer die App täglich. Im Durchschnitt werden Messaging Apps 9 Mal am Tag geöffnet. Für Marken ergeben sich damit neue Möglichkeiten, um mit Konsumenten in Verbindung zu treten und die Beziehung zu ihnen nachhaltig zu stärken. Kein Wunder, dass schon heute intelligente Wege eingeschlagen werden, um in die Messenger zu gelangen und dabei nicht als lästig empfunden zu werden.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in Intuition, Einfachheit und vor allem: Mehrwert.

Warum erst umständlich im Service-Portal einloggen, wenn man nur eine kurze Frage zu seinem Handytarif hat? Warum sich die zehnte Supermarkt-App herunterladen, wenn man bloß eine schnelle Rezept-Inspiration sucht? Die Antwort für Marken besteht darin, dem Nutzer mit angepassten Angeboten und Services dort anzutreffen, wo er sich regelmäßig aufhält – und das auf möglichst einfache und intuitive Art und Weise. Messenger, wie sie tagtäglich genutzt werden, bieten genau die passenden Funktionen, Strukturen und Mechanismen in ihren Apps. Was jetzt noch fehlt sind relevante Mehrwerte in Form von nützlichem und inspirierendem Content oder hilfreichen Zusatzfeatures.

Wie man Messenger marketingstrategisch nutzen kann, zeigen folgende Anwendungsfelder und die dazugehörenden Best Practice Beispiele.

  1. Messenger als direkter Draht zum Kundenservice

    Die Deutsche Telekom hält ihre Kunden per WhatsApp auf dem Laufenden wenn Netzstörungen auftreten, indem sie eine kurze Nachricht an alle angemeldeten Nummern schickt. Die niederländische Airline KLM ermöglicht den Check-In direkt über den Facebook Messenger. Außerdem können Kunden über den Chat Verspätungen oder Gate-Informationen erfragen, ohne dass sie ein bestimmtes Portal aufrufen oder eine App downloaden müssen. Nutzer können ohne Umwege in ihren ganz natürlichen Nutzungskontexten mit der Marke interagieren.

  2. Messenger als Content Hub für Inspiration und Entertainment 

    Hollywood lässt Zuschauer und Charaktere aus Horrorfilmen ganz persönlich in Kontakt treten. Dabei setzen die Macher auf die besser werdende Technik rund um Bots und simulieren so individuelle One-to-One Konversationen in einem größeren Maßstab. Hellmanns macht aus WhatsApp einfach „What’s Cook“ und inspiriert mit Rezeptideen basierend auf Fotos, die die Nutzer einfach von ihren Zutaten einsenden. Somit werden Messenger zu einem interessanten Vehikel für Branded Content, das auf unaufdringliche Art und Weise für spannende Markenerlebnisse sorgen kann.

  3. Messenger als mobile Plattform für Micro Business

    Zalando testet kuratiertes Shopping bei WhatsApp. Unentschlossene können Zalando zu verschiedenen Anlässen Fragen sowie Fotos rund ums Thema Styling senden und auf die modische Kompetenz des Online-Händlers setzen. Das Social Media Team antwortet dann mit individuellen Vorschlägen, die direkt über den mitgeschickten Link bestellt werden können. Dass klassische Couponing-Machaniken auch auf Messengern funktionieren, beweist McDonald’s im asiatischen Raum. In der App WeChat können Nutzer demnächst sogar direkt die vergünstigten Produkte per Micro Payment bezahlen.

Fazit: Messenger können schon heute erfolgreich genutzt werden, um Marken und ihre Fans in Interaktion zu bringen. Noch spannender wird es, wenn die Frage geklärt ist, welche Möglichkeiten WhatsApp und Co. in Zukunft den Unternehmen einräumen werden. Wer verstanden hat Konsumenten, Kontexte und Content richtig aufeinander abzustimmen, ist bereits jetzt perfekt für die Zukunft gerüstet.

Quellen:

http://www.buw-digital.de/buw-digital-blog/whatsapp-und-facebook-messenger-aktive-nutzerzahlen-für-deutschland
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/428630/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-nach-herkunftslaendern/
http://www.lhbs.com/news/2016/4/7/snapshot-chatification
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-kauft-konkurrenten-whatsapp-fuer-milliardenbetrag-a-954546.html

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