3 Dinge, die wir auf der APG OS16 über das Thema Angst gelernt haben

 
Und was wir in der Kommunikation dagegen tun können

VORN_APG_ANGSTVon Ruben Best und Sebastian Neis 

Jeder kennt es, das Gefühl der Angst. Ein Gefühl das es schon immer gegeben hat, aber seit einiger Zeit bei Medien, Politik, Unternehmen und den Menschen wieder deutlich stärker um sich zu greifen scheint.
Auf der diesjährigen Open Source am 2. Juni wurde das Thema „Angst“ deshalb kritisch beleuchtet und diskutiert. Denn dieses Gefühl zwischen Starre und Antrieb beeinflusst so viele Bereiche unseres Alltags: Sei es Kultur, Kommunikation oder das Verhalten der Menschen im Allgemeinen.

Gerade deshalb achtete die APG auf ein möglichst unterschiedliches Sprecher-Lineup, um viele verschiede Sichtweisen und Kontexte zu garantieren. Von Prof. Dr. Schürgers (HAW Hamburg), der über die Anatomie der Angst sprach, über Dr. Roman Hagelstein (Good Judgment) und Florian Kondert (Zukunftsinstitut), die über die Angst zwischen Planbarkeit und Ungewissheit redeten. Bis zu Dr. Hannes Sonnberg, der als Business Coach über die Angst im Management sprach – um nur einige der Referenten zu nennen.

Zwischen all diesen interessanten Beiträgen gab es 3 Dinge, die uns speziell über das Zusammenspiel der Themen „Angst“ und „Kommunikation“ besonders im Hinterkopf geblieben sind.

  1. Angst entsteht aus Kontrollverlust
    Angst ist ein passives Gefühl, welches wir im Wesentlichen nicht selbst beeinflussen können. Dabei hat Angst häufig ihren Ursprung in einem sich anbahnendem Kontrollverlust – ein Problem, welches heute in immer mehr Bereichen des Lebens allgegenwärtig scheint.
    Auch in der Kommunikation spielt Kontrollverlust auch eine immer größere Rolle.
    Die zunehmende Anzahl an Kanälen, Informationen und Möglichkeiten erleichtern uns oftmals nicht das Leben, sondern führen eher dazu, dass wir schnell den Überblick verlieren. Ein typisches Szenario von Kontrollverlust.

    Was können wir tun?
    Eine unserer Aufgaben in der Kommunikation sollte es also sein, die Bedrohung aufzugreifen und durch die Entwicklung von smarten und wirklich hilfreichen Lösungen dieser entgegenzuwirken. Am besten bevor Angst entstehen kann.
    Wir können unseren Teil dazu beitragen, dass der Kunde stets die Kontrolle behält: Sei es schlicht durch einen transparenten und fairen Umgang oder das Anbieten von Hilfestellungen, wenn der Kunde sie braucht und erwartet.
  2. Angst ist ein kein guter Motivator – Zuversicht hingegen schon
    Als eine der 7 Basisemotionen spielt Angst eine wichtige Rolle in unserem Leben. Diese gezielt einzusetzen, sei es durch das Suggerieren von „Angst, etwas zu verpassen“ oder „Angst, ausgegrenzt zu werden“ kann ein starker Hebel sein.
    Im Gegenzug heißt das jedoch, dass der Kunde sich „aus Angst“ zwar kurzfristig auf unsere Seite schlägt, loyal wird er aber eher dem gegenüber, der ihm kontinuierliche Zuversicht bietet.
    Angst ist ein starker Hebel um Menschen zu motivieren
    . Der Hebel Zuversicht ist jedoch immer der stärkere.
    Was können wir tun?
    Wir sollten vermeiden, den Kunden durch die Nutzung des Hebels Angst von einem Produkt oder Service zu überzeugen. Dies scheint zum einen oftmals nicht zu 100% moralisch vertretbar zu sein, zum anderen ist es keine besonders langfristige und nachhaltige Lösung. Stattdessen sollten wir uns darauf konzentrieren, die Ängste, Sorgen und Bedrohungen der Menschen zu identifizieren und durch wirklich hilfreiche Lösungen Zuversicht zu bieten.
  3. Angst muss an ihrem Ursprung behandelt werden
    Angst sollte nicht durch die Illusion einer Wellness-Atmosphäre beseitigt werden.
    Es nützt nichts, eine schöne Verpackung zu entwickeln, wenn das tiefere Problem nicht gelöst ist.
    Das ist feige, oberflächlich und nutzt im Zweifel keinem so richtig weiter.
    Was können wir tun?
    Wir sollten uns äußerst gründlich mit den Menschen und deren Sorgen, Problemen und Ängsten auseinandersetzen, bevor wir zu voreiligen Schlüssen kommen. Wir müssen die Ängste bei den Wurzeln packen, indem wir Erkenntnisse aus dem täglichen Leben der Menschen gewinnen und entsprechend handfeste Hilfe anbieten.
    So schaffen wir es nicht nur, den Menschen tatsächlich zu helfen, sondern verhelfen der Marke auch eine langfristige Bindung zum Kunden aufzubauen.

 

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