Werbung nervt!

3 Gründe für Adblocker-Apps & 2 Lösungsansätze für Advertiser

VORN_WerbungAdblocker.001Von Miriam Klein, Lisa Hartmann, Dorothea Stanjek

Bereits 70% der Smartphone-Besitzer blockieren aktiv Werbung auf ihrem Smartphone oder interessieren sich dafür dies in Zukunft zu tun, ergab eine US-Studie von globalwebindex. Adblocker gewinnen damit immer mehr an Bedeutung, besonders für mobile Endgeräte. Sollte sich der aktuelle Trend zum Adblocker mit ähnlichen Wachstumsraten wie im letzten Jahr fortsetzen, hätte schon Ende diesen Jahres die Mehrheit der Smartphone-Nutzer einem Adblocker auf ihrem Smartphone installiert.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt der Werbebranche dennoch…Die Installation einer Adblocker-App bedeutet nicht zwangsweise auch eine konsequente Nutzung. Nichtsdestotrotz weist der Anstieg der Installationen auf eine zunehmende Beschäftigung der Nutzung mit dem Thema hin. Der tatsächliche Nutzen von Adblocker-Apps auf mobilen Devices hat drei Hauptaspekte:

  1. Verbesserung der mobilen User Experience: Eine werbefreie Webseite wird von den Nutzern als aufgeräumter wahrgenommen, was sowohl die Bedienbarkeit hinsichtlich der Navigation verbessert als auch das Erfassen der Inhalte vereinfacht. Auch wenn die Bildschirme der Smartphones immer größer werden, ist ein Screen ohne Werbung doch sehr viel angenehmer und übersichtlicher als einer, der von Bannern überladen ist.
  2. Schutz der privaten digitalen Daten: User fühlen sich durch die Nutzung von Adblocker-Apps sicherer im Netz. Sie wollen gezielt verhindern, dass Werbetreibende in den Besitzt ihrer privaten digitalen Daten gelangen. Die Furcht bezieht sich sowohl auf naheliegende Daten wie ihren Aufenthaltsort oder das Fabrikat ihres mobilen Endgeräts, aber auch auf sensible Daten wie Kreditkartennummern oder private Fotos.
  3. Einsparung von wertvollem Datenvolumen: Eine Adblocker-App kann laut einer Studie von Adobe eine Website so verschlanken, dass der Datenverbrauch um 50% verringert und die Ladegeschwindigkeit dementsprechend erhöht wird. Da die meisten Nutzer immer noch über ein beschränktes Highspeed-Datenvolumen verfügen, liegt hierin auch ein unmittelbarer finanzieller Vorteil.

Die Lösung des Adblocker-Dilemmas sollte für Werbetreibende jedoch nicht darin liegen, die Ablocker zu umgehen, sondern mobile Werbung so zu gestalten, dass User und Publisher diese gerne ansehen beziehungsweise veröffentlichen. Zwei Ansätze sollten Advertiser in Zukunft ernst nehmen:

  1. Qualitativ hochwertigen Content generieren: Schafft es Werbung, dem Nutzer Inhalte zu bieten, die für ihn relevant sind, trägt das positiv zur User Experience bei. Anstatt sich dem Nutzer aufzudrängen sollte das Ziel also sein, ihm Inhalte zu bieten, die ihn interessieren und begeistern. Dies gilt natürlich für alle Kanäle, wird im mobilen Bereich mit der Zunahme mobiler Nutzung jedoch immer dringlicher und bedeutsamer. Hier muss auch auf technischer Seite stärker mitgedacht werden, beispielsweise kurze Ladezeiten.
  2. Native Advertising verstärkt einsetzen: Immer öfter versuchen Werbetreibende ihre Online-Werbung so zu gestalten, dass sie sich so in die Website integriert, dass der Nutzer die Werbung in ihrem Umfeld auf den ersten Blick nicht als solche wahrnimmt. Wichtig ist, dabei auch einen echten Mehrwert zu bieten und nicht nur auf Blickfang zu gehen. Dies geschieht meist über gesponserten Content, der dann auch individuell auf die Zielgruppe der jeweiligen Seite zugeschnitten ist.

Quellen: Online Marketing – Native Advertising, Premium Content vs. Adblocker, Mobile Adblocking 2016

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *