Spielen ist das neue Forschen!

Wie die Zukunft spielend erforscht werden kann.

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Von  Anna von Dallwitz und Laura Marie Garbe

Dass das Spiel eine geeignete Methode ist, um die Zukunft vorherzusagen, wussten schon die alten Griechen. Hermes, der Götterbote, erfand das Würfelspiel, in dem er Kieselsteine in eine Urne warf, um daraus die Zukunft weiszusagen.

Bei “spielbasierten Experimentalsystemen”, die an der Universität der Künste Berlin entworfen wurden, geht es darum, mögliche Zukünfte zu erforschen. Das Spiel hat im Gegensatz zum üblichen wissenschaftlichen Experiment den Vorteil, dass es „aus den Zwängen der Vorstellungswelten und Leitdiskursen einer Epoche, den Zwängen standardisierter Methoden, den hoch spezialisierten und abstrakten Denkpfaden einer Disziplin und der Macht des Wahrscheinlichen“ befreien kann. Kurzum: Im Spiel ist alles möglich!

Während eines experimentellen Spiels kann das Verhalten der Mitspieler erforscht werden: Was bewirken mögliche Zukunftsszenarien bei ihnen, welche Verhaltensmuster können erkannt werden? Ebenso interessant sind die Wirkungszusammenhänge, die daraus abgeleitet werden können. Welche Auswirkungen können neue Technologien auf die Interaktion zwischen Mensch und Maschine haben? Das experimentelle Spiel muss dabei nicht auf soziale Experimente beschränkt sein – auch Prototypen von Produkten, Software oder Systemen können dabei erforscht werden.

Let’s play! – eine Anleitung

  1. Wild spekulieren. „Aber eigentlich…“ wird aus dem Wortschatz gestrichen, denn nur wenn der Spekulation zu disruptiven Veränderungen freier Lauf gelassen wird, kommen überraschend innovative Ergebnisse zustande.
  2. Leicht erlernbare Spielregeln erhöhen die Motivation. Komplexität muss reduziert werden, am besten sind bereits vertraute Spielregeln, die die Interaktion und damit die Motivation fördern.
  3. Fragen statt Antworten. Ergebnisoffenheit ist ein wichtiger Grundsatz des experimentellen Spiels, dank der neue Möglichkeitsräume eröffnet werden können.
  4. Die Weiterentwicklung findet im Spiel statt. Erst wenn gespielt wird, kann beurteilt werden, welche Regeln zu spannenden Ergebnissen führen und welche noch verfeinert werden müssen.
  5. Tell me the future. Die Spieler werden zu Mitgestaltern von spekulativen Zukünften. Dabei können sie sich Methoden des Storytelling bedienen. Das Wissen über mögliche Zukünfte entsteht dabei performativ – beziehungsweise spielend.

Quelle: http://preenaction.de/

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