Alle Ostereier gefunden?

Emotionale Kundenbindung dank raffiniert versteckter Botschaften.

Banner Easter Eggs

Von André Maier & Franziska Mülling

„Ein Easter Egg zu finden ist schön. Als hätte man einen Schatz gefunden.“ sagt Jon Wiley, Googles Director of Immersive Design. Nach den gerade verbrachten Osterfeiertagen wird es den meisten leicht fallen, dem zuzustimmen. Die Aufregung beim Suchen, die Begeisterung beim Finden und das Genießen des Triumphes sind wahrhaft emotionale und bindende Erlebnisse, die in uns allen nachklingen. Warum nicht selbst solche Erlebnisse kreieren?

Wesentlich dezenter als die meisten Ostereier der vergangenen Tage sind sogenannte Easter Eggs – kleine raffiniert versteckte Botschaften, Bilder oder Anwendungen, die durch Zufall entdeckt, den Kunden überraschen. In der Regel sind Easter Eggs Insiderwitze oder kulturelle Referenzen, die persönliche Verbindungen zwischen Marke und Konsument herstellen.

Ein kleines Geschenk für aufmerksame Kunden

Ihren Ursprung erlebten Easter Eggs vollumfänglich in der Software-Entwicklung, wo Programmierer mit versteckten Botschaften findige Anwender überraschten und erfreuten. Heute lassen sie sich nutzen, um das Markenimage positiv aufzuladen, der Marke Persönlichkeit zu verleihen und um Nutzerfrequenz und Zugriffszahlen zu erhöhen.

Das Entdecken von Easter Eggs stellt eine emotionale Verbindung zwischen Finder und Produkt her. Jon Wiley sagt dazu: „Es ist ein kleines Geschenk für wahre Fans, das ganz entscheidend dazu beiträgt, dass sich Leute dazugehörig fühlen.“ Kleine wie große Marken haben das aufgegriffen und setzen Easter Eggs gezielt und kommunikativ wirksam ein.

Unsere 5 Lieblings-Easter-Eggs im Überblick:

Google: Der wohl unangefochtene Meister der Easter Eggs ist Google. Die Suchbefehle „do a barrel roll“, „askew“ und „blink html“ sind nur die Spitze des Eisbergs von Googles Ostereier-Suchspiel. So verbergen sich auch Spiele in Deutschlands bekanntester und meistbenutzter Suchmaschine. Ein erst kürzlich zu entdeckendes Easter Egg versteckte Google in seiner Kartenansicht, wo sich über einen zusätzlichen Button jeder aktuelle Kartenausschnitt in ein spielbares Pac-Man-Level umwandeln lies. Auch mit den Suchanfragen „tic-tac-toe“ und „zerg rush“ lässt sich die Zeit gut vertreiben.

Apple: Als die Sprachassistentin Siri eingeführt wurde, waren versteckte Antworten und Funktionen auf Fragen ein entscheidender Grund dafür, dass Siri über soziale Netzwerke, Blogs  und sogar TV Shows schnell eine breite Bekanntheit und letztlich auch Akzeptanz der Anwender gewinnen konnte. Apple baute damit auch die Hemmschwelle ab, die neue Technik auszuprobieren und mit ihr zu experimentieren. Einen tieferen Einblick gibt es hier.

Tesla: Hält man in einem Tesla den „T-Button“ gedrückt erfolgt die Abfrage für einen Zugangscode. Gibt man hier nun beispielsweise „007“ ein, wird das angezeigte Auto zu James Bonds Lotus Esprit S1 aus dem Jahr 1977. Gibt man „Mars“ ein, zeigt einem das große Display in Anlehnung an Space X die Kraterlandschaft des roten Planeten. Visuelle Eindrücke finden sich hier. Ein schönes Beispiel, wie kleine Maßnahmen einen zusätzlichen emotionalen Mehrwert bieten können.

Coca-Cola: Schaute man in den für jedermann zugänglichen Quellcode der früheren Coca-Cola-Website, konnte der Betrachter zwischen dem Code ein mit Einzelbuchstaben erstelltes Coca-Cola Markenzeichen sehen. Nur ein kleines Detail, aber letztlich auch eine konsequente Umsetzung integrierter Markenführung, die jedem Finder ein Lächeln abringt.

Sky Bet: Die Website für Sportwetten versteckt neben seinen Verlinkungen zu sozialen Netzwerken einen kleinen Button, um die Website in ein Excel-Chart zu verwandeln. Nutzer können so – zumindest optisch – ihre Online-Aktivitäten bei Bedarf verschleiern. Die Seite kann dadurch stets geöffnet bleiben, was im Idealfall die Verweildauer steigert. Hier geht es zur Sky Bet Homepage. Der Button befindet sich rechts oben über dem Facebook-Icon.

Auch das Verstecken virtueller Ostereier hat Regeln

Um Easter Eggs wirksam einzusetzen, sollten Marken gewisse Regeln beachten, damit Ihre Wirkung sich voll entfalten kann. Anders als unsere bunten Ostereier, dürfen Easter Eggs nicht einfach zu finden sein. Sie müssen als versteckte Botschaften fungieren. Auch Hinweise auf ihre Herkunft sind nicht zielführend. Der Einsatz von Easter Eggs muss punktuell erfolgen. Ihr inflationärer Gebrauch würde ihre letztliche Wirkung immens reduzieren.  Zudem dürfen die versteckten Schätze dem Anwender oder seiner Nutzererfahrung niemals schaden oder irreparable Zustände des Produkts oder der Anwendung hervorrufen. Zu guter Letzt der wichtigste Punkt: Easter Eggs müssen und sollen unterhalten, um eine positive emotionale Verbindung zwischen Marke und Konsument zu erzeugen. Sie können so als kleines zusätzliches Highlight fungieren um ein Markenerlebnis abzurunden und ein gutes Gefühl auszulösen, das man fortan mit der Marke verbindet.

 

Quellen:
https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/article/versteckte-bedeutung/
http://www.businessinsider.de/tesla-car-secrets-easter-eggs-you-may-not-have-known-2016-12?op=1
https://www.impactbnd.com/blog/best-internet-easter-eggs-and-marketing-benefits

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *