KI: Jetzt oder nie

Was uns Blade Runner über Künstliche Intelligenz lehrt und wie Unternehmen jetzt der richtige Einstieg gelingt

 

Von Jan Gerkens und Sebastian Neis

In dem neuesten Streifen von Denis Villeneuve – Blade Runner 2049 – taucht der Zuschauer ein in die Dystopie eines Los Angeles, das mit dem von uns Bekannten nicht mehr viel zu tun hat. Künstliche Intelligenz (KI) und der Post-Kapitalismus haben die Welt fest im Griff. Eine trostlose Welt mit endlosen Slums und monumentalen Türmen, die darüber thronen. Dominiert durch einen skrupellosen KI-Mega-Konzern, der die Macht über Technologie und Daten fest im Griff hat. In Blade Runner wirkt die Menschheit gefangen in einem Strudel aus beständiger Illusion, Simulation und Stimulation.
Dieses Film-Szenario wirft eine Frage auf, die auch für uns brandaktueller nicht sein könnte: Möchten wir eine Welt, in der nur einige wenige die Entwicklung und den Fortschritt rund um Künstliche Intelligenz diktieren?

Wenn wir uns die Berichterstattung zu KI anschauen kann schnell der Eindruck entstehen, dass das Blade-Runner-Szenario bereits dabei ist, Realität zu werden. Ob Google mit „Deep Mind“ oder IBM’s „Watson“, die Großen scheinen schon dabei zu sein, sich den Kuchen aufzuteilen. Auf andere und vor allem kleine Unternehmen kann das erstmal abschreckend wirken. KI ist für sie noch zu komplex und zu weit entfernt, um sich damit zu beschäftigen. Auch wenn das Szenario von Blade-Runner natürlich sehr überspitzt ist, erhalten wir damit genau den richtigen Impuls. Denn es wäre ein Fehler, das Spielfeld um KI nur den Großen zu überlassen: Die Mehrwerte Künstlicher Intelligenz sind für Unternehmen und ihre Kunden einfach zu vielfältig, um sich jetzt komplett abhängen zu lassen und damit zukünftig immer von den Kompetenzen anderer abhängig zu sein. Es gilt jetzt den ersten Sprung zu wagen, um von den vielen Chancen der neuen Technologie langfristig profitieren zu können.

Die folgenden fünf Schritte zeigen, wie Unternehmen jetzt der richtige Einstieg gelingt und die apokalyptische Welt von Blade Runner hoffentlich nur dunkle Dystopie bleibt. 

1. Weitläufig umschauen
Nehmen Sie sich als Unternehmen die Zeit, sich erst einmal umfassend mit dem Themenfeld „Künstliche Intelligenz“ vertraut zu machen. Nutzen Sie die Fülle der freien Online-Informationen und Ressourcen zu KI, um sich über die Grundkonzepte, Chancen und Herausforderungen im Klaren zu sein. Von Studien über Artikel bis zu Online-Seminaren gibt es zahllose Möglichkeiten, sich ein solides Grundverständnis aufzubauen.

„Wer nichts weiß, muss alles glauben“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Nachdem diese Basis aufgebaut ist lohnt es, den Austausch mit Experten und Start-ups zum Thema KI zu suchen. Für unsere Kunden haben sich hier Formate mit vertiefenden Vorträgen und Panel-Diskussionen bewährt, um wertvolle Perspektiven aus der Praxis zu bekommen. Dort können Unternehmen ihre zentralen Entscheider für den Sprung in KI inspirieren und für die zahlreichen Chancen sensibilisieren. So profitieren Sie nicht nur von dem Praxis-Know-How der Start-ups und Experten, sondern nehmen auch den nötigen Schwung und die nötige Motivation für die nächsten Schritte mit.

2. Groß träumen
Mit einem breiten Überblick über KI als Fundament gilt es als nächstes, einen klaren Leitstern für die zukünftigen Schritte zu entwickeln. Denn nur über eine nachhaltige und inspirierende Vision als strategische Basis kann es gelingen, Mitarbeitern und Maßnahmen die nötige Führung zu geben. Wie sieht die „KI Vision 2025“ für Ihr Unternehmen aus?
Geht es später um Verbesserungen der bestehenden Strukturen bzw. Produkte durch KI? Oder gar um vollkommen neue Dienstleistungen, die Ihr Angebot in eine völlig andere Richtung führen? Wie ein Leuchtturm legt Ihre Vision diese übergeordnete Richtung fest und dafür sollte immer gelten: groß träumen und weit denken. Denn nur auf Basis einer ambitionierten Vision lässt sich auch Visionäres entwickeln. Die wahre Kraft für Transformation entsteht vor allem dann, wenn es gelingt alle Mitarbeiter hinter einer starken Vision zu versammeln.

3. Tief eintauchen
Jetzt geht es darum tief einzutauchen. Zum einen in die bestehende Technologie- und Datenstruktur des Unternehmens. Ausgehend von der Vision müssen wir jetzt genau analysieren, was wir schon für Bausteine besitzen, um das zu erreichen, was wir erreichen wollen und wo sich noch Lücken auftun. Diese Lücken zu identifizieren heißt zu identifizieren, was ein Unternehmen noch zusätzlich erwerben muss und welche Prozesse intern neu aufgesetzt werden müssen.
Zusätzlich braucht es ein tiefes Verständnis für die Treiber und Barrieren der Zielgruppe in Punkto Künstliche Intelligenz. Nur wenn wir diese Bedürfnisse tiefgreifend verstehen können wir aus unserer Vision heraus später Angebote entwickeln, die den Zielgruppen einen echten Mehrwert bieten.

4. Kreativ und kraftvoll abspringen
Mit der Vision als Sprungbrett und den Insights zu Strukturen sowie Zielgruppen können Unternehmen sich an die Entwicklung von ersten Produkt- und Service-Prototypen machen. Hier haben sich für unsere Kunden Design Thinking Prozesse bewährt, bei denen Mitarbeiter und die Zielgruppe kollaborativ eingebunden sind. In verschiedenen kreativen Sessions werden so aus einer Vielzahl erster Ideen, durch konstantes Testen und Weiterentwickeln, am Ende greifbare Prototypen. Auf Basis dieser Prototypen können dann erste Pilotprojekte aufgesetzt werden. Parallel müssen sich Unternehmen natürlich darum bemühen, dass eine Kultur und die richtigen Prozesse etabliert sind, damit diese Pilotprojekte mit voller Kraft starten können.

5. Konstant evaluieren
Grundvoraussetzung, um erfolgreich die Chancen durch Künstliche Intelligenz zu nutzen, ist eine konstante Evaluierung der KI Projekte und Initiativen. Nur wenn Unternehmen sich zum Start dieser Maßnahmen genau über die richtigen Erfolgsgrößen im Klaren sind, können sie nachhaltig agieren. Dazu gehört es mögliche Szenarien genau be- und durchdacht zu haben, um schnell die richtigen Konsequenzen für die KI Initiativen zu ziehen. Denn auch wenn Künstliche Intelligenz Unternehmen enorme Mehrwerte bietet, nimmt es uns am Ende nicht alle strategischen Entscheidungen ab.

KI hat die Leinwände der Kinos schon längst verlassen und ist mitten in unserem Alltag angekommen. Wagen wir es also die ersten Schritte zu gehen und  überlassen wir dieses spannende Kapitel der Technologie nicht nur den Großen. Sondern nutzen wir die vielen Chancen von Künstlicher Intelligenz für Menschen und Marken. 

Bildquelle: Warner Bros

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