Wearables: Technik zum Hineinschlüpfen

Technische Produkte, die direkt am Körper getragen werden, sind im Trend. Mancher sieht die sogenannten Wearables sogar als zukünftigen Smartphone-Ersatz. Wir geben einen Überblick.

 

 

von Dorothea Stanjek

  • Wearables versprechen, in naher Zukunft Bereiche wie die Arbeitswelt, Gesundheitsvorsorge und Unterhaltung zu revolutionieren.
  • Die Technik wird schon heute von der breiten Öffentlichkeit genutzt, besonders im Fitness- und Healthcare-Bereich. Doch das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft.
  • Wearables sammeln Nutzerdaten, weshalb Firmen sich frühzeitig mit Themen wie Datenschutz und Transparenz beschäftigen sollten.

Ausgerechnet ein Turnschuh! In Zeiten, in denen Athleten mit Kopfhörern ihre Neuronen stimulieren und Soldaten mithilfe von Smartwatches ihre Missionen planen, erscheint ein Turnschuh mit aufgestickter Jahreskarte nicht gerade preisverdächtig.
Doch die Berliner Verkehrsbetriebe BVG ließen sich von den aktuellen Techniktrends nicht beeindrucken. Anfang des Jahres präsentierten sie ein Wearable der besonderen Art: einen Adidas-Sneaker im Design der BVG-Sitzbezüge – der sofort zum Verkaufsschlager avancierte.
Keine Frage: Wearables, also Produkte, die direkt am Körper getragen werden, sind im Trend. In Bereichen wie Healthcare, Fitness und Lifestyle gehören sie heute schon zur Ausrüstung vieler Verbraucher, sei es in Form von Smartwatches oder Fitness-Gadgets. Doch eigentlich handelt es sich bei diesen Wearables immer um technische Helfer – sorry BVG!
Wearables versprechen, in naher Zukunft Bereiche wie die Arbeitswelt, Gesundheitsvorsorge und Unterhaltung stärker zu vernetzen und dadurch viele Vorteile des internet of things direkt an den Körper zu bringen. Experten zufolge haben sie sogar das Potential, irgendwann einmal Smartphones zu ersetzen.
Die Einsatzmöglichkeiten sind schon heute vielfältig: Sie reichen von Schlafmasken, die dem Nutzer mit Licht und Ton das Einschlafen und Aufwachen erleichtert, Laufschuhen, die Fitnessdaten aufzeichnen, bis hin zu smarten Brillen wie Google Glass. Außerdem können Wearables sogar Leben retten, weil sie Ärzten helfen, die Daten eines Patienten zu überwachen, auch wenn dieser nicht auf der Station liegt.

Was die Verbraucher denken

In einer repräsentativen Studie von Pricewaterhousecoopers gaben 17 Prozent der Deutschen an, bereits ein Wearable zu besitzen. Insgesamt jeder Vierte kann sich vorstellen, bis zu 300 Euro für ein solches Gadget auszugeben. Ein Boom liegt in der Luft. Doch was bedeutet das für Unternehmen und Marken? Worauf sollten sie achten? Was sind die zukunftsfähigen Eigenschaften der Wearables?
Am stärksten etabliert haben sich Wearables aktuell in der Gesundheitsbranche: Dort setzt bereits jedes zehnte Unternehmen Wearables ein. In der Studie gab die Mehrheit der Befragten an, Wearables für Gesundheits- oder Fitnesszwecke nutzen zu wollen. Andere Erwartungen an die Technologie sind effektiveres Zeitmanagement und Arbeiten, eine bessere Verbindung zur Familie und Freunden sowie Stressabbau.
Gefragt nach den wichtigsten Eigenschaften, geben Konsumenten vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, die Datensicherheit und eine einfache Bedienung an. Gerade beim Thema Datensicherheit ist es für Unternehmen wichtig, sich jetzt gut zu positionieren. Nur die Hälfte der Befragten fühlt sich der Studie zufolge über dieses Thema gut aufgeklärt. 

Learnings

1. Noch viel Raum zum Experimentieren und Verbessern.

In der Zukunft gilt es, Probleme wie Dysfunktionen bei falschem Tragen zu verbessern. Außerdem können verschiedene Arten von Wearables miteinander verknüpft werden, um Nischen zu füllen: Fitnessgadgets werden heute beispielsweise hauptsächlich von jungen, bereits fitten Menschen genutzt und sollten so weiterentwickelt werden, dass auch untrainierte oder ältere Menschen Lust haben, sie zu nutzen.

2. Relevanz schaffen.

Noch sind viele der Wearables eher eine Art modernes Spielzeug. Doch sollte sich die Forschung so weiterentwickeln wie bisher, könnten sie in der Zukunft zu „Life-Changern“ werden: Zu innovativen, sensiblen und vor allem sinnvollen Geräten, die das tägliche Leben erheblich einfacher machen.

3. Beim Datenschutz ist Transparenz das A und O.
Wichtig ist jetzt, frühzeitig Transparenz zu schaffen, da datenschutzrechtliche Unzulänglichkeiten schnell zu Vertrauensverlusten führen können. Wearables stehen hinsichtlich der Kundenakzeptanz kurz vor dem Sprung in den Mainstream. Diese Entwicklung sollte nicht durch mangelnde Datenschutz-Bemühungen gefährdet werden.

 

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