Recruiting: Z wie Zombie?

von Maximilian Greis

Z – der letzte Buchstabe im Alphabet. Beinahe ein apokalyptischer Titel. Sie kommen, um… ja was genau wollen die jungen Leute der Generation Z eigentlich? Es gibt unzählige Berichte, Artikel und Studien zu der neuen Generation. Sie sagen, bei den Zlern handle es sich nicht mehr einfach nur um junge Leute, die nach ihrem Schulabschluss eine Karriere beginnen wollen. Ja, was wollen sie denn dann?

Scheinbar aus dem Nichts sind nun diese jungen Bewerber erschienen, die zum Beispiel den Arbeitsplatz einfach früher verlassen, sobald die Aufgaben erledigt sind.

In den HR-Abteilungen munkelt man, sie seien anders, hätten neue Fähigkeiten – aber man würde nicht wirklich verstehen, was in ihnen vorgeht. Oder ob überhaupt etwas in ihnen vorgeht? Z wie Zombie?

Das ungewohnte Verhalten der zukünftigen Arbeitnehmer sorgt für Fragezeichen und setzt Diskussionen in Gange: Was unterscheidet die Generation Z von ihren Vorgängern? Was steuert ihr Verhalten und wie stellen wir sie als Unternehmen zufrieden? 

Aufgewachsen mit den digitalen Medien

Die Definition der Generation Z variiert von Studie zu Studie, da die genauen Geburtsjahre der Zler ein ständiger Streitpunkt unter den Wissenschaftlern sind. Die Metastudie der Triple-a-Team AG aus dem Jahr 2016 definiert die stimmig erscheinende Zeitspanne von 1998 bis heute. Die Generation Z beinhaltet also die jetzt 15- bis 20-jährigen Jugendlichen, die fast komplett mit den digitalen Medien aufgewachsen sind. 

Das Aufwachsen im digitalen Zeitalter hat das Verhalten und die Bedürfnisse dieser jungen Generation stark geprägt. Oft fällt in Vorträgen von Unternehmern leicht abfällig der Satz: „Das kennen die ja gar nicht mehr.“ Aber, liebe Leute: Die Wählscheibe und Tutti Frutti kommen nun mal nicht zurück. 

Der Blick jedes Unternehmens sollte nach vorne und auf die neuen Medien und Kanäle gerichtet sein. Jedoch mit Vorsicht. Denn so oberflächlich private Interessen wie Bibis Beauty Palace auf Instagram oder der Netflix Binge-Watching Marathon auch wirken mögen: Die jungen Erwachsenen sind durchaus reflektiert und wissen Authentizität und Seriosität, vor allem in Hinblick auf potenzielle Arbeitgeber, zu schätzen. 

Vielfalt ist das Stichwort

Nur: Reicht es überhaupt, auf der Suche nach erfolgreichen Recruiting-Strategien, einen einzelnen Stereotypen zur Analyse heranzuziehen? Wohl kaum. In Zeiten, in denen Unverträglichkeiten so schnell aufkommen wie neue, virale Trends, ist es zunehmend schwerer, den Zeitgeist und die Zielgruppe mit einem Stichwort zu erfassen.

Eine Studie des Springer Verlags hat sieben Persona innerhalb der Generation Z identifiziert, die alle unterschiedliche Erwartungen an ihre Zukunft und den potenziellen Arbeitgeber haben. Um allen gerecht zu werden, bedarf es mehr als einer oberflächlichen und einheitlichen Kampagne.

Wir halten also – durchaus erleichtert – fest: Die Generation Zler sind doch keine Aliens, die einer anderen Evolutionskette entstammen und nun mit unschuldigen Gesichtern den Markt befallen. Vielmehr sind sie eine anspruchsvolle und vielfältige Zielgruppe für alle Recruitingabteilungen, deren Bedürfnisse sich aber mit ein wenig Hintergrundwissen verstehen lassen. 

Learnings:

  • Für Unternehmen gilt es, die speziellen Ansprüche der Generationen Z zu betrachten und nicht eine Formel für alle zu kreieren. Insbesondere der Trend zur Individualisierung legt nahe, dass mehrere Strategien im Employer Branding notwendig sind. Diese benötigen Zeit und Expertise und müssen auf jedes Unternehmen abgestimmt werden.
  • Einfache Lösungen und durchschaubare Markenauftritte fallen auf und können im Worst Case sogar Shitstorms produzieren. Sich selbst treu zu bleiben und die richtigen Kanäle für sein Unternehmen zu bedienen, ist hier der Schlüssel.
  • Schlau sein bedeutet heute: Schlau genug sein, um den Bewerbern nicht verkaufen zu wollen, mehr über sie zu wissen, als sie selbst.

Quellen:

Generation Z — Metastudie über die kommende Generation. http://www.sprachenrat.bremen.de/files/aktivitaeten/Generation_Z_Metastudie.pdf 
Vortrag von Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt von der PFH Private Hochschule Göttingen: https://www.youtube.com/watch?v=B2JDEpkh9go
Wie ticken Jugendliche 2016? — Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland. https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-658-12533-2.pdf
„Die flotte Generation Z im 21. Jahrhundert“, Horst Hanisch

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