Wie E-Learning gelingt

 

von Carina Rodekohr

Eine Studie zur erfolgreichen Integration von E-Learnings

Gemeinsam mit Kooperationspartnern hat VORN eine umfassende Studie zu den Erfolgsfaktoren beim E-Learning erstellt. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Beim Thema E-Learning gibt es zurzeit vielerorts noch mehr Fragen als Antworten. Zum Beispiel: In welchen Situationen machen digitale Medien Sinn und welche altbewährten Unterrichtsmethoden bleiben unersetzbar? Wie schafft man eine barrierefreie, für alle hilfreiche digitale Plattform? Wie können verschiedene Angebote genutzt werden, ohne dass man sich im Wirrwarr von Apps, Websites und Programmen verheddert?

Um darauf Antworten zu finden, hat sich VORN in Zusammenarbeit mit der Lucas-Nülle Stiftung und dem Institute of Electronic Business mit den wichtigsten Herausforderungen des E-Learnings – am Beispiel von Berufsschulen – auseinandergesetzt und eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht: Erfolgsfaktoren im E-Learning: Welche Rahmenbedingungen, Handlungsfelder und Akteure müssen für eine erfolgreiche Integration einer digitalen Lernsoftware im Berufsschulunterricht beachtet werden?

Für die Studie wurde ein Pilotprojekt mit insgesamt sechs Berufsschulklassen und dem Lernsystem VOCANTO® durchgeführt, bei dem in drei Erhebungen Daten gesammelt wurden, etwa zu den Ansprüchen, dem Nutzungsverhalten und den Anforderungen an eine Lernsoftware. Herausgekommen sind drei Nutzungsszenarien und Leitlinien für den digitalen Wandel in der Ausbildung.

Die drei Nutzungsszenarien

1. Der hybride Ansatz arbeitet mit der individuellen Einschätzung der Lehrkräfte und digitalen Medien als eine Möglichkeit zum Lehren von vielen. Er zielt darauf ab, dass Motivation und Unterstützung nach wie vor in menschlicher, persönlicher Verantwortung liegen, das digitale Lernsystem aber als abwechslungsreiches Werkzeug zur Visualisierung und Verdeutlichung von insbesondere komplexen Inhalten genutzt werden kann.

2. Im individualisierten Unterricht arbeitet das digitale Lernsystem als eine Art Puffer für Leistungsunterschiede zwischen den Auszubildenden. Davon ausgehend, dass in Berufsschulen Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Kenntnisständen zusammenkommen, kann ein digitales Lernsystem das ideale Mittel sein, um für jede und jeden das passende Niveau zu finden – damit niemand im Frontalunterricht abgehängt wird oder in Gruppenarbeiten untergeht.

3. Beim vernetzten Einsatz zum gemeinschaftlichen Lernen wird das bestehende Interesse der Auszubildenden an sozialen Medien genutzt, um das Lernen müheloser und spielerischer zu gestalten. Der harte Schnitt zwischen dem bisher kaum digital gestalteten Unterricht und der von Instagram, YouTube und Snapchat gestalteten Freizeit soll überwunden werden. Die Vision ist ein über verschiedene Plattformen organisiertes, kontrolliertes „learning-while-surfing“.

Die wichtigsten Leitlinien für den digitalen Wandel

  • Im Prozess der Umstellung auf digitale Medien ist es wichtig, sich nicht zu wilden Experimenten hinreißen zu lassen, sondern den Lehrplan der Schule, die Ausbildungsordnung des Betriebs und die Individualität der Schüler stets im Vordergrund zu behalten.
  • Wie so oft sind die Lehrkräfte diejenigen, die in der Praxis das nötige Know-how und einen gewissen Durchblick haben müssen, damit die neuen Lernsysteme auch tatsächlich funktionieren. Dazu zählt nicht nur der selbstverständliche Umgang mit Programmen und Geräten, sondern auch das pädagogische Fachwissen sowie die Fähigkeit, neue Technik und bewährte Methoden vereinen zu können.
  • In bestimmten Kontexten kann es sinnvoll sein, dass die Schüler ihre eigenen Geräte benutzen – so hat die Schule weniger Kosten für teure Technik und die Schüler bedienen die Geräte mit größerer Selbstverständlichkeit.
  • Bei aller Technik-Euphorie: Lehrkräfte sind und bleiben die wichtigsten Unterrichtsgestalter. Unabhängig vom Gerät, Programm, System und der Situation, bleibt die Lehrkraft die entscheidende Instanz, Vorbild und Ansprechpartner.

Die Studie steht hier kostenfrei zum Download bereit.

Quellen:

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/BSt_MDB3_Schulen_web.pdf
http://www.medienpaed.com/article/view/232/232
https://initiatived21.de/app/uploads/2017/01/d21_schule_digital2016.pdf

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