Digitalisierung

 

von Bastian Bakeberg

Ein Überlebensguide für Marken

Die Digitalisierung stellt die Unternehmenswelt auf den Kopf und viele fragen sich: Was passiert mit meiner Marke in Zeiten von Werbeblockern und wenigen marktführenden Internetgiganten, die sich alles unter den Nagel zu reißen scheinen? Was müssen wir tun, um in dieser digitalen Welt zu überleben?

Worst-Case-Szenarien gibt es viele. Man schaue nur in die Innenstädte, wo die großen Handelsketten kleine, spezialisierte Geschäfte vertrieben haben. Facebook, Amazon und Co. drohen, das gleiche im Internet zu tun. Womöglich werden Verbraucher in Zukunft die bewusste Entscheidung für eine Marke im Supermarkt durch ein einfaches „Alexa, kaufe Waschpulver“ ersetzen – woraufhin Alexa die Amazon-eigene Marke bestellt.

Hartnäckig bleiben

Wer in diesen Zeiten relevant bleiben möchte, muss vermehrt den Fokus auf seine Brand Identity setzen, auf den klaren, einzigartigen Kern ihrer Marke. Die Frage, die immer wieder gestellt werden muss, lautet: Für welches Problem des Konsumenten bietet mein Produkt eine Lösung, und wie lässt sie sich immer weiter verbessern und ausbauen?

Die Marke wird immer das Herz und das Hirn jedes Unternehmens und jedes Produkts bleiben. Wo früher allerdings der Erstkontakt mit einer Marke entscheidend war, um einen Kunden für sich zu gewinnen, zählt heute Hartnäckigkeit und gleichbleibende Authentizität – es geht darum, sich immer wieder aufs Neue unverzichtbar zu machen.

Den Kunden kennen

Noch nie gab es so viele Informationen über Kunden und Märkte wie heute. Data Analytics bietet viele Möglichkeiten, um Insights über die Anforderungen und Wünsche der Zielgruppe zu erhalten. Das zahlt sich aus: Studien belegen, dass Unternehmen, die Entscheidungen auf Basis von Zahlen und Analysen treffen, erfolgreicher sind.

Relevanz generieren

Im besten Fall schafft man es so, dass die eigene Marke zum Synonym für ein Produkt wird – und damit unersetzbar ist. Unternehmen wie Nivea, Tesafilm oder Pampers haben das geschafft. Aber wie? Indem sie sich von all ihren Konkurrenten unterscheiden, und zwar nicht unbedingt im Inhalt, sondern in den Assoziationen, die der Kunde hat, der Brand Identity, dem Teil, der unvergesslich macht, und der einen Menschen dazu bringt, dieses Produkt und kein anderes kaufen zu wollen.

Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, sagte dazu einmal: „Deine Marke ist, was Leute über dich sagen, wenn du nicht im Raum bist“. Das ist in Zeiten von allgegenwärtiger Bewertung, offener Kommunikation und zahllosen Werbeflächen nicht immer einfach.

Auf Details achten

Marketing-Abteilungen sollten nicht unterschätzen, wie wichtig Fragen sind, die sich mit der Kompatibilität von Analogem und Virtuellem beschäftigen, zum Beispiel: Welche Schrift und welches Logo wirkt auf einer Großbildleinwand ebenso gut wie auf einem Handybildschirm? Wie kann ich auf Instagram inspirierend und ästhetisch, auf Tumblr lustig und auf LinkedIn intelligent rüberkommen und trotzdem meine Kernidentität auf jeder dieser Plattformen rüberbringen? All diese Fragen spielen eine Rolle in der Zielsetzung, online wie offline präsent zu sein, eine dauerhafte Beziehung zu Kunden aufzubauen, immer wieder zu bestätigen, wofür die eigene Marke steht.

Im besten Fall bietet der Online-Kontakt mit einer Marke eine Erfahrung, die im Geschäft nicht möglich wäre. Marken wie VW oder Nike machen es vor und geben dem Kunden auf ihrer Website die Möglichkeit, gewählte Produkte individuell anzupassen. Gleichzeitig erhalten die Unternehmen auf diese Weise Daten, die Hinweise auf Trends von Vorlieben geben.

Sich unersetzlich machen

Zu guter Letzt müssen Unternehmen lernen, nicht die einzige Marke im Leben der Konsumenten zu sein. Statt Allmachtsfantasien zu haben, sollten sie lernen, wie man eine Lücke füllt und so unersetzlich wird. Die Vereinbarkeit mit anderen Systemen im Internet der Dinge ist wichtig, um für den Kunden relevant und nützlich zu bleiben. Wenn ihr Produkt schlecht zu allen anderen passt oder nicht kompatibel ist, wird sich der Kunde sich für etwas anderes entscheiden. Markenerfahrung findet nicht im Vakuum statt, sondern im Kontext unserer immer vernetzteren Welt; dies sollte nicht als Bedrohung, sondern als Chance zur Kooperation gesehen werden.

 

Quellen:

https://mediacomstaging.blob.core.windows.net/pdfs/mediacomcms.azurewebsites.net/pdfs/why-brand-identity-is-vital-to-success-in-the-digital-age.pdf

https://www.digitaldoughnut.com/articles/2018/february/how-to-create-a-solid-brand-identity

https://www.forbes.com/sites/forbesagencycouncil/2017/09/15/why-you-should-take-a-digital-first-approach-to-branding/#277299bc4d42

https://www.springerprofessional.de/markenfuehrung/internetoekonomie/zerstoeren-digitalisierung-und-kuenstliche-intelligenz-klassisch/16067388

https://www.ideenschupser.de/blog/273-marken-im-wandel-der-digitalisierung

https://www.exactag.com/datenanalyse-in-die-marketingstrategie-integrieren/

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