Generation Alpha – Die zukünftigen Käufer


Von Berrak Sue Sarikaya

Die heutigen Kinder, die Kinder der Millenials, unterscheiden sich von ihren Vorgängergenerationen maßgeblich. Die Rede ist von der Generation Alpha. Diese Generation wurde nach 2010 geboren und bezieht die 6 bis 16 jährigen Kinder und Jugendlichen ein. Sie wachsen in einer digitalen Welt auf, in der sie selbst ihre Millenial-Eltern zum Staunen bringen. 2010 brachte Apple das iPad auf den Markt, Instagram wurde gelauncht und das Wort „App“ wurde zum Wort des Jahres durch das Oxford Dictionary. Komplett im 21. Jahrhundert aufgewachsen, lernen sie zu scrollen, zu swipen, zu zoomen und zu tippen bevor sie überhaupt sprechen oder gehen können. Nach einem Artikel aus der W&V von Christa Catharina Müller (2017) werden 2025 2,5 Milliarden Menschen aus dieser Generation stammen. Dass es schlicht fatal wäre, die Alpha-Kids bis dahin im Marketing zu vergessen, ist regelrecht wahr.

Also, was bestimmt ihre Werte und ihre Bedürfnisse?

Zunächst wachsen die Gen Alpha Kinder mitten in Zeiten der digitalen Transformation auf. Doch gleichzeitig erleben sie eine politisch unstabile Welt während des Großwerdens. Die aktuellen Klimafragen begleiten sie in ihrer Kindheit und die Globalisierung sowie der postdemographische Wandel sind ebenfalls Umstände, unter denen sie aufwachsen. Das Streamen, Social Media sowie Second Screens sind jeher von Bedeutung, Informationen sind nur einen Klick entfernt. Diese Aspekte haben einen fundamentalen Einfluss auf die Art und Weise, wie sie einkaufen. Für viele Marketer, Einzelhändler und Branding-Spezialisten sind auf die Herausforderungen und Problemwelten einer solch jungen Käufergeneration nicht eingestellt. Dabei machen es Innovatoren, wie Amazon, vor und setzen mit ihren auf den Kunden zugeschnittenen Services Maßstäbe für Kundenerwartungen.

Wunderman Thompson Commerce hat in der Studie „Generation Alpha“ (2019) mit rund 4000 Gen Alpha Angehörigen gesprochen, um mehr über ihre Ansichten und Haltungen hinsichtlich ihres Konsums herauszufinden. Hier sind die Kernerkenntnisse zusammengefasst:

  1. Die Generation Alpha zeichnet sich durch eine starke Wertorientierung aus. 71 Prozent sagten, dass ihre Familie an erster Stelle stehe. Freunde, Glück und Gesundheit sind an den nächsten Stellen. Geld hat mit 15 Prozent nur wenig Priorität, genauso wie TV (6 Prozent) oder Fame (2 Prozent). Digitale Medien liegen grundsätzlich in der unteren Hälfte der Prioritätenliste. Sie sind in einer technologisch gesättigten Welt aufgewachsen, aber das bedeutet nicht, dass sie die wertvolle Zeit mit ihren Lieben und der Natur aufgegeben haben. Das bedeutet für den Handel, dass Omnichannel Konzepte und die physische Welt nicht vergessen werden sollte; Marketer müssen sicherstellen, dass Sie Konsistenz von Produkten, Informationen und Dienstleistungen über die digitalen und analogen Kanäle hinweg liefern.
  2. Alphas denken viel über ihre zukünftige Karriere nach, auch wenn es noch ein langer Weg ist. Die Mehrheit wünscht sich, dass ihre Arbeit einen positiven Einfluss auf die Welt hat. 59 Prozent möchten irgendwo arbeiten, um Leben zu retten, während 51 Prozent einen Arbeitsplatz wollen, an dem sie Technologie nutzen können, um etwas zu bewirken, eine Zahl, die bei Jungen (61 Prozent) deutlich höher ist als bei Mädchen (43 Prozent). Die Berücksichtigung der Rolle der Nachhaltigkeit im Unternehmen, wird zum Hygienefaktor. Alphas wollen sicher sein, dass sie umweltfreundliche Produkte unterstützen.
  3. Alphas sind zu jung, um die Kontrolle über ihre eigenen Finanzen zu übernehmen. So ist es nicht überraschend, dass sie von den Menschen beeinflusst werden, die es tun: ihren Eltern. 53 Prozent kaufen wahrscheinlich auf die gleiche Weise ein wie ihre Eltern es tun. Aber wenn es um die Kaufentscheidung geht, werden Kinder von einer Reihe anderer Faktoren beeinflusst – Influencer oder Blogger sind die wichtigsten unter ihnen. Sie halten die Empfehlungen und Tipps ihrer Idole bei Kaufentscheidungen meist wichtiger als die ihrer Eltern. Erstaunlicherweise haben Influencer Familienmitglieder auf den dritten Platz verdrängt, wenn es darum geht, die Einkaufsvorlieben von Kindern zu gestalten. Insbesondere in sozialen Medien werden die Kinder der Alpha Generation von Influencern und Bloggern extrem beeinflusst. Und dieser Einfluss startet heute bereits bei sechs bis neun jährigen. Die Mehrheit der Alphas (57 Prozent) sagen, dass das Sehen von Anzeigen in Social Media sie dazu bringt, diese Produkte zu kaufen. Jungen werden viel häufiger von Online-Videos beeinflusst als Mädchen (29 Prozent vs. 20 Prozent), während Mädchen die Wirkung von Social Media stärker spüren (23 Prozent vs. 13 Prozent)
  4. Technologie hat viel von dem, was wir heute tun und sehen, geformt, verschoben und gestört; vom Banking, über die Mobilität bis hin Dating, Fernsehen und Kommunizieren. Nicht viele Branchen sind verschont geblieben. Der Einzelhandel bildet da keine Ausnahme. Während Kinder und ihre Eltern also noch die meisten ihrer Sachen in einem Supermarkt kaufen (29 Prozent), liegt Amazon dicht dahinter, 26 Prozent der Kinder kaufen beim E-Commerce-Riesen per Laptop/Desktop/App ein. Die nächstbeliebten Einkaufsziele waren auf der Hauptstraße (13 Prozent) und auf einer Website, die nicht Amazon ist (11 Prozent).

Sources

JWT (2019): „Generation Alpha“

https://insights.wundermanthompsoncommerce.com/generation-alpha-2019?utm_campaign=2019%20-%20UK%20-%20Generation%20Alpha&utm_source=email&utm_content=INTERNAL

https://www.wuv.de/marketing/wer_ist_eigentlich_diese_generation_alpha

https://www.horizont.net/planung-analyse/nachrichten/digitales-forschen-mit-der-generation-alpha-kinder-lieben-es-co-entwickler-zu-sein-176894

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