Musk hat ein neues Zuhause gefunden – Was bedeutet das für E-Mobilität und die deutsche Autoindustrie?

von Till Schubert

Der Hype um die E-Mobilität ermüdet mittlerweile schon den ein oder anderen.

Im urbanen Raum gibt es schon so viele E-Scooter Start-ups, dass man schon gar nicht mehr weiß mit welchem der Scooter man jetzt überhaupt fahren soll. Auch in der Autoindustrie macht sich diese Entwicklung mittlerweile bemerkbar. Mit einer Flotte von 1500 E-Golf launchte VW dieses Jahr den Carsharing-Dienst „WeShare“. Konkurrent Mercedes schickt das neue Elektromodell „EQC“ ins Rennen. 

Als wenn das nicht schon genug wäre, will Philanthrop Elon Musk jetzt auch noch vor Ort, in Brandenburg, eine Fabrik für seine Firma Tesla errichten.

Gigafactory

Da kommen natürlich Fragen auf. Warum Musk überhaupt eine „Gigafactory“ in Deutschland baut. Produktionskosteneffizienz, unter der Premisse des deutschen Mindestlohns, wird es wohl kaum sein. Vielleicht dann doch eher die Nähe zum Start-up Standort Berlin? Oder am Ende nur ein Einsammeln von Subventionen der EU und Deutschlands?

Spezialisieren soll sich die Fabrik auf Batterien, Powertrains und Autos und wird, mit voranschreitendem Produktionsprozess,  massiven Druck auf die deutschen Autohersteller ausüben. Denn Brandenburg, ist erst die erste Produktionsstätte für den amerikanischen Hersteller in Europa überhaupt. Sich trotzdem inmitten einiger der größten Player auf dem Automarkt, direkt so zu platzieren, setzt eine starke Positionierung voraus. Doch der Visionär Musk, der bereits 2024 die ersten Menschen in Raketen Richtung Mars schicken will, ist ambitioniert, resolut und irgendwie auch unaufhaltsam.

Und doch fällt sein Unternehmen Tesla in den vergangenen Jahren immer öfter auch durch negative Schlagzeilen auf. Egal ob der mangelnden Sicherheit der Mitarbeiter in der Fabrik in Fremont oder der Produktionsverzögerungen der Mittelklasselimousine Model 3, Musk ist von seinem Produkt überzeugt. So sagte er einst: „Great companies are built on great products”. Ganz nach diesem Motto sollen für die neue Gigafactory #4 in Grünheide (Brandenburg) bis zu 4 Milliarden Euro investiert werden. Ein weiterer wichtiger Schritt, um gegen die großen Player in der Automobilindustrie aufzuholen.

Inwiefern die von Dieselskandalen und veralteten Strukturen behafteten deutschen Automobilhersteller langfristig mit einem innovativen Unternehmen wie Tesla mithalten können, bleibt abzuwarten. Dennoch sieht es derzeit ganz danach aus, als läge es nur in Tesla´s Ermessen, den Druck auf die alt eingesessenen deutschen Autogiganten erhöhen zu können. Nun liegt es an dem kalifornischen Autohersteller zu beweisen, dass sein Elektroauto auch langfristig auf dem Massenmarkt bestehen kann.

 

Quellen

https://www.berlin.de/wirtschaft/nachrichten/tesla/5977998-5973744-tesla-plant-bis-zu-vier-milliarden-euro-.html

https://www.revealnews.org/article/tesla-says-its-factory-is-safer-but-it-left-injuries-off-the-books/

https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2018-05/tesla-elon-musk-unternehmen-aktie-boerse-investoren-zukunft-zweifel

 

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