STATEMENT

Mit Marketingbudgets Gutes tun

 

von Mike Arnus

Warum die Markenkommunikation der Zukunft unsere Welt ein kleines Stückchen besser machen wird

  • Markenkommunikation bedeutet heute mehr als schöne Bilder und aktivierende Claims – immer häufiger geht es um gesellschaftlich relevante Haltungen.
  • Anstatt das eigene Produkt zu bewerben, investieren immer mehr Marken Budget in Kampagnen zu sozialen Themen wie Menschenrechten oder Umweltschutz und positionieren sich damit klar im gesellschaftspolitischen Kontext.
  • Authentizität und Verantwortungsbewusstsein sind dem kritischen Konsumenten wichtig. Sie fordern echtes Engagement.

Liebevoll hält Tennisikone Serena Williams ihre kleine Tochter im Arm und redet mit sanfter Stimme auf sie ein: „I won’t mind if you choose to never pick up a tennis racquet, but I beg you – in this game of life keep playing my girl!“ Es geht um die Schönheit des Sports und die Kraft, die Sport für die Entwicklung junger Mädchen bedeuten kann. Wir sehen Szenen junger Frauen, die Körbe werfen, Rennen laufen oder Lacrosse spielen. Mädchen, die lachend gewinnen, tränenreich scheitern und sich tapfer wiederaufrichten. Am Ende des rund eineinhalbminütigen Spots erscheint in der Mitte des Bildes ein „G“ – dann ist Schluss.

Was war das? Eine Privatproduktion von Serena Williams? Oder der Ausschnitt aus einer Dokumentation? Weder noch – hinter dem Spot steht der Hersteller des neonfarbenden Sportgetränks Gatorade. Es handelt sich also um einen Werbespot. Doch was ist das für Werbung, in der nicht ein einziges Mal ein Produkt der Marke zu sehen ist?

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Agentur-Kunden-Beziehungen im Wandel

 

von Tim Lösse

„Wieso brauche ich sieben Agenturen für eine Wurst?“

Mehr Kreativität, höhere Effizienz: Durch die zunehmende Digitalisierung und Spezialisierung steigen die Anforderungen an Agenturen. Was ändert sich genau? Und worauf kommt es jetzt an?

400 Millionen US-Dollar in vier Jahren: Diesen Betrag will Marc Pritchard, weltweiter Marketing-Chef von Procter&Gamble, bei den Agentur- und Produktionskosten sparen. „Wir konsolidieren das Agenturnetzwerk und haben die Anzahl der Agenturen um fast 50 Prozent auf 2.500 reduziert. Bis 2021 werden wir weitere 50 Prozent reduzieren“, bestätigt eine Unternehmenssprecherin. Das sei nicht als reine Sparmaßnahme zu verstehen, sondern solle dazu beitragen, völlig neue Agenturmodelle anzuregen und letztlich die Kreativität und Effizienz zu fördern.

Solche Kürzungen sowie der erhöhte Geschwindigkeitsdruck auf Verantwortliche im Marketing führen dazu, dass sich Agenturen schnell anpassen müssen, um im Wettbewerb mithalten zu können. Neue Strategien müssen her. Doch was ändert sich genau? Und worauf kommt es jetzt an?

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This Magic Moment

von Sarah Perlick 

Wie Unternehmen Momente mit außergewöhnlichem Effekt auf die Customer Experience schaffen können 

Neulich, bei Swiss Air. Über eine Stunde Verspätung. Und das Donnerstag Abend und in dem Wissen, frühestens um 10 Uhr abends im Hotel anzukommen. Trotzdem habe ich hinterher nicht über Swiss Air gemeckert, sondern nur Positives berichtet. Der Grund dafür ist eigentlich profan: Wer Swiss Air fliegt, bekommt natürlich beste Schweizer Schokolade serviert. Meine Frage nach einer zweiten Schokokugel (zu meiner Verteidigung – die Sandwiches sind nicht gerade die leckersten) wurde mit einem „Bekommen Sie später beim Aussteigen“ beantwortet. Ich war mir relativ sicher, den Tag ohne Schokolade zu beenden, doch weit gefehlt. Denn beim Aussteigen bekam ich vom Flugbegleiter gleich eine ganze Tüte voller Schokokugeln in die Hand gedrückt.

Trotz der ordentlichen Verspätung bewerte ich meinen Flug rückblickend also ausgesprochen positiv. Und das liegt daran, dass ich mich vorwiegend an den Moment der Überraschung und Freude zum Schluss erinnere. Eben diese Erfahrung bringt uns zum Kern dieses Artikels:  (mehr …)

Authentische Markenführung: Raus aus dem Elfenbeinturm!

von Maximilian Greis

Viele Kunden lassen sich nicht mehr mit einem perfekten Markenimage locken. Stattdessen erwarten sie von Unternehmen Authentizität und Integrität. Marken wie Siemens und Lego machen vor, wie der Wandel gelingen kann.

Viele waren erstaunt, als die Siemens-Kommunikationschefin Clarissa Haller erklärte, fortan könne jeder der 386.000 Mitarbeiter Nachrichten über das Unternehmen verbreiten. Das war bislang exklusiv der Presseabteilung vorbehalten gewesen. Haller antwortete unbeeindruckt: „Aber was für ein Potenzial habe ich denn, wenn bis zu 386.000 Mitarbeiter verkünden, dass Siemens ein toller Laden ist? Es wäre dumm, würden wir uns das nicht zunutze machen.“

Authentizität ist hier das Stichwort. Viele Kunden lassen sich heute nicht mehr mit dem perfekten Markenimage locken; sie wollen ein authentisches Markenerlebnis durch Offenheit, Ehrlichkeit und Mitgestaltung.

Der Wandel zu mehr Authentizität in der Markenführung wird – wie so viele Entwicklungen derzeit – von den sogenannten Millennials vorangetrieben. Sie verändern unsere Art zu arbeiten, zu delegieren und zu kommunizieren – und nun auch die Art, wie wir Marken sehen und was wir von ihnen erwarten. 80 Prozent der Baby-Boomer und 90 Prozent der Millennials geben an, dass Authentizität ein wichtiger Faktor bei der Markenwahl ist (Stackla – 2017 Consumer Content Report). In der Gesamtbevölkerung spielt sie für jeden Zweiten eine Rolle.

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Tschüss, Overheadprojektor!

 

von Carina Rodekohr und Carolin Bremer

eLearning und Internet 4.0 an deutschen Schulen

Der Übergang in das digitale Zeitalter fällt den deutschen Schulen schwer: Lehrer sind schlecht ausgebildet, die vorhandene Technik ist oft mangelhaft oder ungenutzt. Dabei fehlt es nicht an guten Ideen.

Ein Gedankenspiel: Während der Sommerferien beschließt die Bundesregierung, alle Schulen zu digitalisieren. Die Agenda „Lernen 4.0“ wird in Windeseile umgesetzt. Wenn Kinder und Jugendliche im August in ihre Schulen zurückkehren, werden sie diese nicht wiedererkennen: In jeder Stunde können sie Lerneinheiten mit dem Smartphone herunterladen. Die kleinen Informationshappen sind mit spielerischen Elementen wie z.B. Quizzes aufbereitet.
Die Lehrer waren allesamt auf Schulungen und sogar der kurz vor der Pensionierung stehende Herr Müller weiß, wie er mit wenigen Mausklicks das Content-Management-System bedienen kann, um schnell und einfach eLearning-Kurse zu erstellen. Aus einer riesigen Datenbank wählt er noch schnell ein passendes Video aus und stellt die Inhalte dann in die Cloud, auf die alle Schüler zugreifen können – in der Schule und zu Hause. Digital noch versiertere Lehrer experimentieren bereits mit Augmented Reality und VR-Brillen.
Die alten Overhead-Projektoren sind ausrangiert worden, stattdessen: Leinwände und integrierte Technik in jedem Klassenraum. Der antiquierte Medienwagen, der Wochen im Voraus reserviert werden muss, ist passé. An jedem Schultisch ist nun ein Tablet montiert.

Hier endet das Gedankenexperiment. Denn die Realität sieht leider anders aus.

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