Digitaler Wandel

Wir sind noch nicht so weit …

Weltweit nutzen 51% der Menschen soziale Medien als Nachrichtenquelle. In Deutschland ist der Anteil nur ungefähr halb so hoch.

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Von Jonas Gorris, Lisa Hartmann und Julia Zimmermann

Wir leben in einer global vernetzten Welt, in der (scheinbar) immer mehr passiert, in der dank digitaler Medien rund um die Uhr Informationen auf uns einprasseln, in der es immer schwieriger wird, den Überblick zu behalten, Nachrichten zu priorisieren, Relevantes von Irrelevantem und Glaubwürdiges von Unglaubwürdigem zu trennen. Kurzum: Wir fühlen uns zunehmend überfordert.

Um der Lage Herr zu werden, haben wir uns einen gesunden Pragmatismus im Umgang mit der fordernden, aber gleichzeitig so anziehenden digitalen Medienwelt angeeignet. Zugegeben nicht ganz ohne Vorbehalte, begeben wir uns in die Hände der Algorithmen, die Millionen von Nachrichten für uns erfassen, filtern und selektieren. Dieses personalisierte Aggregat wird uns dann übersichtlich und leicht verdaubar in Newsportalen oder unseren Social Media Feeds präsentiert. Vor allem letztere gewinnen dabei rasant an Bedeutung. (mehr …)

Plattformbasierte Smart Home Lösungen wachsen um 58%

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Von Mathias Kowalik, Sarah Perlick, Kirsten Pöltl

Ende 2015 gab es rund 536.000 Smart Home Haushalte in Deutschland. Davon waren 307.000 „echte“, also plattformbasierte Smart Homes, die über ein zentrales Gateway gesteuert werden, und 229.000 Insellösungen, sprich smarte Einzelanwendungen. Bei den echten Smart Homes ist laut Statista in Deutschland bis 2018 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 58% auf insgesamt 1,2 Mio. zu rechnen. Die Insellösungen steigen bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 38% auf 600.000 an.
Die Schere zwischen Insel- und Plattformlösungen schließt sich im Verhältnis betrachtet also zunehmend.

Statista, 2016: Smart Home – Nachfragestruktur und Umsatzpotenzial

Wie definiert man digitale Freiheit?

Eine nachdenkliche re:publica sucht Antworten.

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Von Eyleen Grinda, Lisa Hartmann, Dorothea Stanjek

Diese Woche hat in Berlin die zehnte Ausgabe der re:publica stattgefunden, eines der global größten und wichtigsten Events zu digitalen Themen. Die diskutierten Inhalte betreffen schon lange nicht mehr nur Geeks und Blogger – dieses Jahr war sogar Edward Snowden per Video zugeschaltet. Publikumswirksam ging es um virtuelle Realität, theoretisch und praktisch. So hat Google am Dienstag einen Flashmob mit VR-Cardboard-Brillen veranstaltet, bei dem die Teilnehmer mit ihren eigenen Smartphones 360° Grad-Videos live erleben konnten.

Neben Hypes und Zukunftsvisionen beschäftigte sich die Szene allerdings auch mit Selbstreflexion und Selbstkritik: Was hat die re:publica in den zehn Jahren ihrer Existenz denn nun wirklich bewirken können? Die einstige Internet-Avantgarde des re:publica-Publikums ist zum Mainstream geworden. Sasha Lobo nennt sie auch die „Lost Generation“ des Internets, die ehemaligen Vordenker, die aber netzpolitisch nur wenig bewirken konnten. Als hätte es Edward Snowden nie gegeben – denn umfassende Vorratsdatenspeicherung ist heutzutage längst etabliert.

Wie definiert man digitale Freiheit?

Das war eine der zentralen Fragen der diesjährigen re:publica. Wie definiert sich Meinungsfreiheit im Netz? Ist das Kuratieren und gezielte Löschen von digitalen Inhalten richtig bzw. zulässig? Was ist Zensur? Und wie geht man mit Hass-Kommentaren um, die – oft im Schutz der Anonymität – die sozialen Median überschwemmen?
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In der deutschen Startup Hauptstadt nutzen 25% aller Unternehmen keine digitalen Kanäle

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von Robert Schneider, Julia Zimmermann, Vincent Schmidlin

Mit zwei Milliarden Dollar Wagniskapital, die allein im Jahr 2014 nach Berlin gingen, hat die Stadt selbst die Finanzmetropole London überrundet. In der deutschen Startup-Hauptstadt gibt es in Sachen Digitalisierung allerdings noch viel Luft nach oben.

So erwirtschaften mittlerweile ein Viertel der Berliner Unternehmen mehr als die Hälfte ihres Umsatzes über digitale Kanäle, aber 25% nutzen bisher überhaupt keine digitalen Vertriebswege. Märkte verändern sich, Produkte, Dienstleistungen werden von Innovationen verdrängt. Auch für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins wird es ein zentraler Faktor sein, wie gut die hiesigen Unternehmen die Chancen der Digitalisierung in Zukunft nutzen – und das gilt nicht nur für die vielen Berliner Startups, sondern vor allem für die etablierten Wirtschaftszweige und  Unternehmen in der Hauptstadt.

Der aktuelle Status Quo der IHK Berlin gibt Auskunft darüber, wie weit die Berliner Wirtschaft in den unterschiedlichen Branchen für die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet ist und welche Handlungsempfehlungen sich daraus für die Unternehmen und die Politik ableiten.

Quelle: IHK Berlin, Studie: Digitalisierung der Berliner Wirtschaft

Das Prinzip Wendelstein 7-X

Warum Markenverantwortliche nach maßgeschneiderten, schnell brütenden Agenturmodellen greifen. 

von Vincent Schmidlin, Managing Director VORN Strategy Consulting / Chief Strategy Officer der Hirschen Group

Sprechen wir von Energie. Von unendlich viel Energie, die einer Gesellschaft jederzeit und überall für alles Mögliche zur Verfügung steht. Ihren kaum zu stillenden Energiehunger hat die Menschheit stets mit neuen technologischen Mitteln versucht zu befriedigen. So auch jetzt mit Wendelstein 7-X, dem experimentellen Kernfusionsreaktor des Max-Planck-Instituts, der im Dezember ein eine Million Grad warmes Plasma für wenige Sekunden anzündete und damit die Tür zu einer neuen unerschöpfliche Energiequelle ein klein wenig öffnete. Einen solchen Hunger nach verlässlichen und unerschöpflichen Energiequellen verspüren auch Marketingverantwortliche bei der Aufladung ihrer Marke, und greifen nach maßgeschneiderten, schnell brütenden Agenturmodellen. Aus gutem Grund.

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Quelle: Science Magazine

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