Markenerosion

Power Shift – Die Aushöhlung deutscher Qualitätsmarken

 

von André Maier

  • Insbesondere in der Automobilbranche findet derzeit eine Machtverschiebung vom Hersteller zum Zulieferer statt, die nach aktuellen Entwicklungen vor allem im Zuge der sich anbahnenden Elektromobilität noch prägnanter werden wird.
  • Durchschnittlich 75 Prozent eines Fahrzeugs werden nicht mehr vom Hersteller selbst produziert, sondern zugeliefert. Marken verlieren auf der Produktebene mehr und mehr ihre identitätsprägenden Merkmale und stellen perspektivisch kaum mehr als eine formschöne Hülle.
  • Die deutschen Automarken, als einstige Mobilitätspioniere und -vordenker, laufen den Entwicklungen in der Wahrnehmung zunehmend nur noch hinterher.

Bosch macht es aktuell vor und zeigt den einstigen Motorpionieren, wie der Diesel tatsächlich sauber fahren kann. Und das ist nur das aktuellste Beispiel, wie sich die Rolle deutscher Automobilmarken wie Daimler, BMW und VW mehr und mehr in die zweite Reihe verschiebt. Auch die Produktion eigener Batteriezellen – wie etwa Tesla es vormacht – wurde bislang abgelehnt und steht beispielsweise bei VW erst wieder seit dem Wechsel an der Führungsspitze zur Diskussion. Unabhängig der Beweggründe hinter den Entwicklungen: Die  deutschen Qualitäts- und Vorzeigemarken setzen ihre über 100 Jahre hinweg aufgebaute Identität zunehmend aufs Spiel.

Deutschland steht für Qualität, Vielfalt und Effektivität, was seine Automarken und Autos betrifft; nur, dass die Voraussetzungen dafür momentan zu verschwinden drohen. Durch eine vermehrte Auslagerung von identitätsprägenden Merkmalen an Zulieferer werden sich Marken nicht nur immer ähnlicher, sie höhlen sich auch buchstäblich aus – nicht zuletzt, wenn es jetzt mit um das Herzstück geht: den Motor. Wir geben einen Überblick über Fakten und neueste Entwicklungen.

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