Mensch-Maschine-Interaktion

Autonomes Fahren: Die letzten Hürden der Revolution

Sie wollen einem Autofahrer den Vogel zeigen, und merken, dass es gar keinen gibt: Willkommen in der Welt der selbstfahrenden Autos. Wir zeigen den Status Quo – und erklären, was der Technologie zum Durchbruch verhelfen wird.

 

von Jonas Gorris

  • Autonomes Fahren wird sich sehr wahrscheinlich durchsetzen – die Frage ist vor allem, wie lange es noch dauern wird.
  • Viele Unternehmen arbeiten an der Weiterentwicklung der autonomen Mobilität, allerdings kann bislang keines von ihnen ein abgeschlossenes Ökosystem  selbstfahrender Autos anbieten.
  • Wie bei allen technischen Revolutionen, müssen sich die Menschen an die neue Technologie erst gewöhnen. Außerdem stehen ethische Fragen im Raum, etwa wer bei von Robotern verursachten Unfällen die Verantwortung trägt.

Menschen, die in technisch angetriebenen Kisten durch die Gegend fahren – der Gedanke sei doch wirklich absurd, fand Wilhelm II. Und so verkündete der letzte deutsche Kaiser voller Überzeugung: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Er war nicht das erste mal in der Geschichte, dass Technikskepsis und Verklärung des Status Quo zu aus heutiger Sicht lustig anmutenden Fehleinschätzungen führten. Ganz ähnlich hatten sich schon die ersten Zugpassagiere geäußert: Die Bahnen führen so schnell, dass man die Landschaft überhaupt nicht genießen könne. Die Kutsche sei wirklich das geeignetere Verkehrsmittel.

Wer diese Geschichten kennt, betrachtet so manchen Skeptiker selbstfahrender Autos mit anderen Augen – auch, wenn es denen nicht an Argumenten mangelt: Was ist mit dem Freiheitsgefühl beim Autofahren? Was mit der persönlichen Entscheidung, das Tempolimit auszureizen oder in einer schönen Landschaft langsamer zu fahren, um den Ausblick zu genießen? Oder zu einem Date im Cabrio vorzufahren, in dem man selbst hinterm Steuer sitzt und auf die Hupe drücken kann?

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Spielen ist das neue Forschen!

Wie die Zukunft spielend erforscht werden kann.

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Von  Anna von Dallwitz und Laura Marie Garbe

Dass das Spiel eine geeignete Methode ist, um die Zukunft vorherzusagen, wussten schon die alten Griechen. Hermes, der Götterbote, erfand das Würfelspiel, in dem er Kieselsteine in eine Urne warf, um daraus die Zukunft weiszusagen.

Bei “spielbasierten Experimentalsystemen”, die an der Universität der Künste Berlin entworfen wurden, geht es darum, mögliche Zukünfte zu erforschen. Das Spiel hat im Gegensatz zum üblichen wissenschaftlichen Experiment den Vorteil, dass es „aus den Zwängen der Vorstellungswelten und Leitdiskursen einer Epoche, den Zwängen standardisierter Methoden, den hoch spezialisierten und abstrakten Denkpfaden einer Disziplin und der Macht des Wahrscheinlichen“ befreien kann. Kurzum: Im Spiel ist alles möglich!

Während eines experimentellen Spiels kann das Verhalten der Mitspieler erforscht werden: Was bewirken mögliche Zukunftsszenarien bei ihnen, welche Verhaltensmuster können erkannt werden? Ebenso interessant sind die Wirkungszusammenhänge, die daraus abgeleitet werden können. Welche Auswirkungen können neue Technologien auf die Interaktion zwischen Mensch und Maschine haben? Das experimentelle Spiel muss dabei nicht auf soziale Experimente beschränkt sein – auch Prototypen von Produkten, Software oder Systemen können dabei erforscht werden.

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