Gerade Einzigartig Genug – Was der Generationenwechsel von Y auf Z für Marken alles ändert

von Constantin Dederbeck

„Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur“ (Max Frisch)

Gerade wurde noch über die endlich identifizierten Eigenschaften, Probleme und Touchpoints der Generation Y philosophiert, neue Strategien vorgestellt und konkrete Maßnahmen ausgearbeitet und zack, so schnell sind diese auch schon wieder Schnee von gestern. Die nächste Altersgruppe rückt in den Fokus der Unternehmen, die sog. Generation Z. Sie ist bereit, den Markt zu übernehmen und alle Strategien und Konzepte auf Unternehmensseite auf den Kopf zu stellen.

Doch vorerst ein paar Fakten zur besagten Generation. Allgemein gehören alle, die ab dem Jahr 1998 geboren sind, zur Generation Z. Während die sog. Generation Zler im Durchschnitt bereits 30 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, so sind in Teilen Afrikas schon mehr als 50 Prozent der Bevölkerung Zler. Auch für Unternehmen ist dies interessant, wird die Generation Z in etwa 10 Jahren mehr als ein Drittel aller Konsumenten darstellen.

Relevanz und Wert

Dass die jungen Menschen der Generation Z in Zeiten leben, in denen weltweit fast jeder Zugang zu Internet und sozialen Medien hat, ist bekannt. Letztere bieten die Möglichkeit der Selbstdarstellung und -inszenierung, die auf den verschiedensten Plattformen verfolgt werden kann. Umso stärker äußert sich daher der Wunsch nach Individualität und Einzigartigkeit, einer eigenen Meinung sowie einem einzigartigen Auftreten.

Für Marken und Unternehmen bedeutet das, individuelle Produkte und Services zu entwickeln. Denn Generation Zler suchen so stark wie keine Generation zuvor nach dem perfekten Markenfit, quasi der Überschneidung von Werten und Einstellungen der Marke mit den eigenen; Sie legen großen Wert auf einzigartige oder ungewöhnliche Leistungen. Jedoch: Trotz der Präferenz individueller Produkte und Services interagiert die junge Generation insbesondere mit gängigen „Mainstream-Marken“. Im Klartext: individuell aber groß und bekannt.

Positionierung

Das wichtigste Mittel der Unternehmen für eine gelungene Interaktion mit der jungen Generation ist die Positionierung einer Marke: Eine klare Definition von Werten und Einstellungen ist elementar, um Relevanz zu erlangen. Hierbei stellt die Nutzerzentrierung eine zentrale Variable dar, denn nur, wer den Konsumenten in das Zentrum seines Schaffens stellt, kann relevante Insights generieren und somit Produkte und Services kreieren, die von der Zielgruppe nachgefragt werden.

Einzigartigkeit

Darüber hinaus stellt der Faktor Einzigartigkeit eine zentrale Komponente für die Ansprache der Generation Z dar. Junge Menschen wünschen sich von Marken und Unternehmen, verstanden zu werden und suchen somit nach personalisierten Leistungen sowie individuellen Erlebnissen.

Vergleicht man bei der jungen Zielgruppe erfolgreiche Marken, so lassen sich drei Mittel definieren, anhand welcher Unternehmen einen erheblichen Mehrwert schaffen können.

Als erstes gilt es, das Thema Kooperationen hervorzuheben. Schließen sich Marken aus den verschiedensten Branchen zusammen, können neue einzigartige Leistungen entstehen, die insbesondere für Generation Zler interessant sind. Marken wie Supreme haben dies erkannt und kreieren neue Leistungen und Produkte wie limitierte, groß gebrandete Koffer. Genau diese Varianz und Einzigartigkeit reizt die jungen Menschen, schafft Relevanz in ihren Köpfen und Zugänge zu den Zielgruppen der jeweils anderen Marke.

Auch die künstliche Verknappung, also die beabsichtigte limitierte Auflage eines Produktes, steigert das Interesse der Generation Z. Buzzword „Drop-Selling“. Marken wie das Mode-Label Supreme haben diese Methode perfektioniert. t. Lange wird auf den Release, also die Veröffentlichung eines Produktes, hin-kommuniziert. Mit schlauem Online-Marketing und dem Einsatz verschiedenster Mittel zur Kundenbindung – wie z.B. E-Mail-Benachrichtigungen oder eigenen Apps – addieren Unternehmen zusätzliche Touchpoints zum Kauf der extrem limitierten Produkte. So schafft es Supreme, dass die beliebtesten Produkte allein in Europa schon nach unglaublichen 23 Sekunden, die restlichen nach 66 Sekunden wieder ausverkauft waren.

Durch diese künstliche Verknappung erreichen Unternehmen einen neuen Grad der Einzigartigkeit, der auf anderen Wegen so nicht entstehen würde.

Das dritte Mittel stellt die Personalisierung von Produkten und Services in den Vordergrund. Als Paradebeispiel dient hier die Marke Adidas, die es ihren Kunden ermöglicht, ihren eigenen Schuh zu designen – Farbe, Material, Sohle, alles ist individuell gestaltbar. Sogar Initialen oder der eigene Name findet – wenn gewünscht – Platz auf den Schuhen. Auch Apple bietet Services wie diese als zusätzliche Features an. So schaffen es Unternehmen, einzigartige Produkte zu kreieren, die dem Konsumenten das Gefühl von Individualität und Einzigartigkeit geben. Das Fazit: Mainstream mit persönlicher Note, so lassen sich die Herzen der Generation Zler erobern.

Insgesamt lässt sich durchaus sagen, dass die Zeiten des „einfachen“ Produktes vorbei zu sein scheinen. Die Generation Z will mehr. Qualitativ sowie individuell, haben sie als Digital Natives schlichtweg einen anderen Zugang zum Internet und somit erst recht andere Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen.

Schaffen es Unternehmen, die Anforderungen der Generation Zler zu berücksichtigen und eine starke Marke zu schaffen, die intern sowie extern authentisch gelebt wird, so stehen die Chancen nicht schlecht, einen Platz im Leben der Generation Z einzunehmen.

 

Quellen:

Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur (Max Frisch, schweiz. Schriftsteller)

https://www.boutblank.com/2017/09/01/supreme-fallwinter-drop-2-so-schnell-waren-die-beliebtesten-items-weg/%20%2063607

https://mediacomstaging.blob.core.windows.net/pdfs/mediacomcms.azurewebsites.net/de/pdfs/cracking-the-code-to-teens-die-generation-z-tickt-anders-als-erwartet.pdf

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.