In Schale geworfen: Warum Verpackungen ein zentrales Element im Markenerlebnis sind

von Bastian Bakeberg

Wem ist nicht beim Knistern einer Chipstüte schon mal das Wasser im Mund zusammengelaufen? Was wäre eine Flasche Cola ohne dem Etikett mit dem berühmten rotweißen Schriftzug? Und wie befriedigend ist das Zischen eines Kronkorkens, den man vom Feierabendbier schnippt!

Anders gefragt: Was wären Produkte ohne Verpackung?

Die Antwort lautet: ganz schön nackt. Im Sinne von: ungeschützt. Aber auch: ohne Identität, blank. Irgendwie uninteressant. Es lohnt sich also, als Unternehmen oder Marke über das Thema und die damit einhergehenden Trends Bescheid zu wissen. Und da tut sich gerade eine Menge.

Auf emotionaler Ebene haben Verpackungen vielfältigen Einfluss. Nicht ohne Grund wickeln wir Jahr für Jahr unsere Weihnachtsgeschenke in meterweise Geschenkpapier. Auspacken macht ganz einfach Spaß. Das Geheimnis des Inhalts interessiert uns, das Entfernen des Drumherums um zum Kern zu gelangen, ist befriedigend.

Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: Kommunikation. Natürlich liegen Produkte nicht wie Geschenke eingepackt im Regal, sondern bedruckt mit Bildern, sogenannten „Serviervorschlägen“, Inhaltslisten, Informationen zur Marke, Herstellung und Herkunft des Produkts. Verpackungen reden mit uns: Über den Text und die Bilder, die sie normalerweise zeigen, ebenso wie durch das Design.

Packaging ist ein Teil des „Brand Storytelling“, ein Ausdruck des großen Ganzen einer Marke. Hier gibt es einige Gestaltungstrends, die immer wiederkehren und an denen man sich ohne großes Risiko orientieren kann. So ist minimalistisches Design ein absolutes Evergreen des Verpackungsmarketings. In Kombination mit modernem, zeitlosem oder nostalgischem Vintage-Stil, werden einzigartige und persönliche Messages und Wiedererkennungsmerkmale geschaffen. Der Verzicht auf zu viel Schnickschnack bietet Klarheit für den Konsumenten, der in einer Welt von zu vielen Informationen eine kleine Pause für Augen und Gehirn sucht. Außerdem vermittelt der verringerte Einsatz von Text, Transparenz und eine bodenständige Einfachheit, die viele Konsumenten gerade bei bestimmten Produkten sehr zu schätzen wissen.

Transparenz ist allerdings ein Thema für sich: Nicht nur das Äußere, sondern auch die Informationen selbst sollten klar vermittelt, vertrauenswürdig und einfach verständlich gehalten werden. Wenn drin ist, was draufsteht, ist das echte Authentizität. Und die ist nach wie vor eines der besten Verkaufsargumente für erfolgreiche Marken.

Die Verpackungen der Zukunft

Wer darüber hinaus einen Blick in die Zukunft wagen will, sieht vor allem eine Menge Chancen und viele Dinge in Bewegung. Nachhaltigkeit ist ein Thema, das heute großgeschrieben wird und Verzicht ist in. So ist die Reduzierung auf das Wesentliche eine wichtige Übung, die in der Verpackungsentwicklung an den Anfang gestellt werden sollte.

Darüber hinaus gewinnt das sogenannte Smart Packaging immer mehr an Bedeutung, beispielsweise Smart Labels, die beim Erkennen abgelaufener Lebensmittel helfen sollen.

Beim Extended Packaging geht es vor allem um die Nutzung von Verpackungen, die über die ursprünglichen Ziele hinausgeht: Beispielsweise durch Online-Informationen, Rezept-Tipps oder Erinnerungswerkzeuge für Medikamente.

Fest steht: Mit den richtigen Basics und ein bisschen Kreativität, unterstützt die Verpackung das Einkaufserlebnis entscheidend – und führt zu einer „UX“ (User Experience), die die Kunden so schnell nicht vergessen werden.

 

Quellen:

https://de.mintel.com/pressestelle/mintel-verkuendet-fuenf-globale-verpackungstrends

https://99designs.de/blog/news-trends/verpackungstrends-2019/

https://www.verpackungsrundschau.de/nachrichten/newskategorien/marketing+design/verpackungstrends+die+top+10.147082.htm#.XUGYQ5MzalM

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