„Ich hab ja nichts zu verbergen“ – Wie Unternehmen dem Trend zum Schutz digitaler Identitäten nachgehen

von Xenia Schwarz

Immer mehr Verbraucher legen immer mehr Wert darauf, immer mehr Unternehmen folgen ihnen! Die Rede ist vom Schutz der digitalen Identität. Etwas was vielleicht auf den ersten Blick noch keine Rolle in den hiesigen Unternehmensmarken spielt, sich aber in den kommenden Jahren als zentrales Element etablieren könnte!

Digitale Privatsphäre

Heutzutage leben wir in einer Welt des Digitalen. So gut wie jedes Handeln, jeder Kontakt, alles läuft digital über Plattformen, Dienstleister oder andere Internet-Unternehmen.
Doch auch die Probleme damit nehmen rasant zu. Datenverstöße, vom Cambridge Analytica-Skandal über den massiven Equifax-Kreditbruch bis hin zum jüngsten Datenleck in Ecuador. Die Häufigkeit und Schwere dieser Verstöße steigen stark. So ist der Datenschutz für Verbraucher mittlerweile auf der ganzen Welt zu einem kritischen Thema geworden. Verbraucher sind sich ihrer digitalen Fingerabdrücke zunehmend bewusst und wollen sicher stellen, dass diese auch geschützt sind.

Als Reaktion darauf führen immer mehr Marken neue Produkte und Dienstleistungen ein, die genau auf diesem Thema basieren, indem sie die Online-Aktivitäten schützen und dem Nutzer die Privatsphäre zurück geben.

Tech goes Privacy

Auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar 2019 in Las Vegas bemühten sich unzählige Tech-Marken , auf das betonen ihrer Datenschutzbestimmungen. Von Qualcomm über Byton Cars bis hin zu Samsung, alle setzen mit dem Datenschutz auf eine wichtige Säule neuer Initiativen.

Snips erhielt einen CES-Innovationspreis für seinen privaten KI-Sprachassistenten, der lokal und auf dem Gerät zum Schutz der digitalen Daten läuft. Im Gegensatz zu Amazon Alexa und Google Home stellt Snips AI sicher, dass keine Sprachdaten von Endbenutzern in die Cloud übertragen oder analysiert werden. Mit mehr als 5 Milliarden mobilen Nutzern weltweit kündigte Yubico nun Pläne für die Veröffentlichung einer neuen iPhone-kompatiblen Version seines YubiKey an, einem Gerät, das Passwörter für eine zusätzliche Sicherheitsebene verschlüsselt.

Diesem Beispiel folgt der Helm Personal Server, der im November 2018 veröffentlicht wurde. Das Gerät verschlüsselt Online-Daten und speichert sie auf dem privaten Gerät anstelle der Cloud. So bietet er den Menschen “eine Alternative zu der bestehenden Art, wie sie ihr Leben online leben”, erklärt Giri Sreenivas, Mitbegründerin und CEO von Helm. “Die Nutzung von Cloud-basierten E-Mail-Diensten bedeutet, dass Sie Ihre Rechte abmelden und Dritten Zugang zu den auf ihnen gespeicherten Informationen gewähren”, sagt das Unternehmen. “Helm ermöglicht es Ihnen, die Kontrolle über Ihr Online-Leben zu übernehmen und vertrauensvoll zu kommunizieren – frei von der Sorge der Überwachung, der Unternehmensaufsicht oder den nächsten massiven Online-Bruch.”

In der Zwischenzeit unternehmen auch die großen Technologieanbieter erste Schritte, um die Bedenken der Verbraucher auf der Ebene des Massenmarktes auszuräumen. Im August 2019 kündigte Facebook Pläne zur Eröffnung von Pop-up “Privacy Cafés” in ganz Großbritannien an, in denen Besucher zusammen mit ihrer morgendlichen Tasse Kaffee eine Datenschutzuntersuchung durchführen können. Die Checkups enthalten Ratschläge zur Personalisierung und Verbesserung der Online-Datenschutzeinstellungen, allein um den Benutzern zu helfen, die online bereitgestellten Informationen besser zu schützen und zu kontrollieren.

Im Mai 2019 eröffnete Google ein Zentrum für Datenschutztechnik in Europa. Das neue Google Safety Engineering Center (GSEC) basiert auf dem Glauben, dass “Privatsphäre und Sicherheit für alle Menschen auf der Welt gleichermaßen zugänglich sein müssen”, und wird daran arbeiten, “Privatsphäre und Sicherheit in den Kern unserer Produkte zu integrieren”, erklärte GSEC CEO Sundar Pichai.

Mit all diesen neuen Produkten und Dienstleistungen soll nun korrigiert werden, was in den letzten Jahren deutlich verpasst wurde, indem der Datenschutz als ultimativer Komfort für moderne Verbraucher positioniert wird.

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